Spezialfinanzierer erntet Lob für die hohe Dividendenrendite
IKB-Aktie hält sich nach Höhenflug stabil

Die IKB Deutsche Industriebank musste sich schon viele Bezeichnungen im Hinblick auf ihre Aktie gefallen lassen. Von einer „halben Behörde“, einem „Schläfer“ oder gar einem „Langeweiler“ war die Rede.

DÜSSELDORF. Analysten schlossen unisono Überraschungen bei dem Düsseldorfer Spezialinstitut für die Mittelstandsfinanzierung aus. Doch weit gefehlt: Denn überraschend brach der Kurs der IKB-Aktie Anfang Juni nach oben aus und notiert heute bei rund 15 Euro. Monatelang hatte die Aktie zuvor um zwölf Euro gependelt, ohne in den nach unten gerichteten Kurssog anderer Finanzwerte zu geraten. Im Zuge der wieder anspringenden Aktienbörse hatte sie dann fast 13 Euro erreicht.

Bei der Erklärung für die kräftigen Kursausschläge müssen die Analysten weitgehend passen. Für Wulf Weiler von der WGZ-Bank etwa gibt es keinen speziellen Grund für den Kursanstieg. Er macht dafür eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich. So rücke langsam aber sicher in das Bewusstsein der Investoren – auch der größeren –, dass die IKB „eine sehr stabile und recht hohe Dividende ausschüttet, die auch verdient worden ist“. Gesehen werde dabei auch, dass die IKB in der relativ schwierigen Branchensituation „im Großen und Ganzen ein gut aufgestelltes Unternehmen ist“. Ende Juni hatte das Institut gute Zahlen für das Jahr 2002/03 vorgelegt und einen positiven Ausblick für das laufende Jahr gegeben.

Eine Rolle könnte laut Weiler zudem die neue strategische Positionierung der IKB spielen. Seit Jahresbeginn hat die Bank strategische Kooperationen mit Sal. Oppenheim und einer Tochter der italienischen Unicredito bekannt gegeben. „Sie runden das Leistungsspektrum der IKB ganz gut ab“, meint Weiler. Großaktionär bleibt weiterhin die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit rund 34 %. Und der IKB- Vorstandssprecher, Alexander von Tippelskirch, sagte: „Wir sehen in der Beteiligung von Oppenheim auch einen privatwirtschaftlichen Farbtupfer, der zeigt, dass wir nicht auf dem Weg zur Staatsbank sind.“

Bedenken müssen die Anleger aber auch, so Weiler, dass die IKB davon lebt, Kredite zu vergeben. Und das wirtschaftliche Umfeld sei eben unverändert schwierig. Mit einem Kursziel von 16 Euro rät der WGZ- Experte bei der IKB-Aktie weiterhin zum Kauf. Zunächst erwartet er allerdings eine Verschnaufpause im Bereich von 15 Euro. Auch die BW Bank sieht das weitere „Aufwärtspotenzial als begrenzt an“. Sie stuft die Aktie als „neutral“ ein.

Georg Kanders, Bankenanalyst bei WestLB Panmure, rät bei der Aktie hingegen zum Verkauf. Einerseits lobt er zwar die gute Entwicklung der Bank und die für Privatanleger „phantastische Dividendenrendite“. Im Hinblick auf das Erholungsszenario der Wirtschaft sei „eine IKB aber einfach zu defensiv“, sagt Kanders. Damit sei das Erholungspotenzial trotz des recht guten Abschneidens im Branchenvergleich begrenzt. Das Kursziel setzt er auf unverändert 14 Euro fest.

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