Staatshilfen
Coba-Aktie: Brüssel macht den Weg frei

Noch vor wenigen Monaten trieb der bevorstehende Staatseinstieg die Aktie der Commerzbank auf Rekordtiefs. Jetzt sorgt die Zustimmung für diesen Schritt aus Brüssel für eine Kursrally. Commerzbank-Aktien klettern um bis zu 20 Prozent. Analysten halten den Kursanstieg aber für hoffnungslos übertrieben.

HB DÜSSELDORF. In den vergangenen Wochen schauten Commerzbank-Anleger immer wieder gebannt nach Brüssel. Dort lauerte eine Bedrohung in Person von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Sie zierte sich lange, die milliardenschweren Staatshilfen für die Commerzbank zu genehmigen. Heute nun kam die Erlösung: Unter strengen Auflagen gab die EU grünes Licht für das Hilfspaket.

Die Aktie sprang daraufhin deutlich an: Bis zum frühen Nachmittag legte sie in der Spitze rund 20 Prozent zu und stieg bis auf 6,82 Euro. Zum Vergleich: Anfang März kosteten Commerzbank-Titel gerade einmal ein Drittel davon.

"Bei der Commerzbank ist heute ein Knoten geplatzt, weil es nur gute Nachrichten gab", sagt Konrad Becker, Analyst bei Merck Finck & Co. "Die Einigung mit Brüssel war genau so zu erwarten, aber bis zuletzt gab es doch eine Rest-Unsicherheit, welche Auflagen die EU-Kommission macht. Positiv sind auch die neuen Nachrichten über Fortschritte beim deutschen Konzept für Bad Banks. Und die - sicherlich auch wenig überraschenden - Aussagen aus den USA, dass keine Bank durch den Stresstest gefallen ist, schaden der Aktie auch nicht gerade", fasst der Experte zusammen.

Die Vorgaben der EU-Kommission hält Becker für unkritisch, weil sie letztlich Geschäftsbereiche betreffen, von denen sich die Commerzbank gerne trennen wollte. Unter dem Strich sehen die Brüsseler Pläne vor, dass die Bilanzsumme des zweitgrößten deutschen Instituts innerhalb der nächsten fünf Jahre von rund 1 100 Milliarden Euro auf rund 600 Milliarden fast halbiert werden soll.

Zukäufe wird es für den Dax-Konzern innerhalb der nächsten drei Jahre nicht geben. Der 2005 übernommene Immobilienfinanzierer Eurohypo soll innerhalb der nächsten fünf Jahre verkauft werden. Zudem sollen weitere Beteiligungen - auch solche der zu Jahresbeginn integrierten Dresdner Bank - abgestoßen werden. Auch in Osteuropa sollen einzelne Teile verkauft werden, nicht jedoch das wichtige Geschäft der BRE Bank, um das in den vergangenen Wochen vor allem gerungen wurde.

Im Gegenzug kommt die Commerzbank dem Ziel, die Kapitalausstattung auf stabile Füße zu stellen, einen entscheidenden Schritt näher. Das zweitgrößte deutsche Geldhaus musste vom Bund mit 18,2 Milliarden Euro gestützt werden, damit es unter anderem die Übernahme der verlustreichen Dresdner Bank verdauen kann. Die zweite Kapitalzufuhr über zehn Milliarden lag seit Januar auf Eis, weil die EU-Kommission dafür Bedingungen forderte. Nachdem Brüssel nun grünes Licht gegeben hat, muss diese Kapitalerhöhung nur noch von der Hauptversammlung abgesegnet werden.

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