Staatsmonopol gekippt
Glücksspiel-Aktien sind die Gewinner

Manche behaupten, die Börse sei nichts anderes als Glücksspiel. Gewisse Gemeinsamkeiten sind nicht von der Hand zu weisen. Heute kommen die Zocker jedenfalls voll auf ihre Kosten. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs verhilft Glücksspiel-Aktien zu kräftigen Gewinnen.
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HB FRANKFURT. Die Aktien von Glücksspiel- und Wettanbietern haben nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes zu Sportwetten und Glücksspiel deutlich zugelegt. Aktien von Tipp24 aus dem SDax gewannen rund zwölf Prozent. Bet-at-Home stiegen um fast 20 Prozent. Auch die in Wien notierten Titel von Bwin legten um sechs Prozent zu.

Der Europäische Gerichtshof hatte am Morgen entschieden, das deutsche Monopol für Sportwetten und Glücksspiele sei nicht mit dem EU-Recht vereinbar. Die deutsche Regelung verstoße gegen die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit in der EU.

Die höchsten EU-Richter begründeten ihre Auffassung mit der erheblichen Werbung, die die staatlich genehmigten Anbieter von Glücksspielen betrieben. Das Monopol diene nicht mehr der Bekämpfung der Spielsucht, wie die staatliche Seite stets argumentiert hatte.

Die deutsche Regelung dürfe nicht weiter angewandt werden, bis eine neue erlassen sei, die mit EU-Recht übereinstimme, erklärten die Richter.

Für den Glücksspielanbieter sei das eine positive Nachricht, kommentierte ein Händler. Ein anderer Börsianer sagte, bis es erste Einschätzungen von Juristen gebe, seien noch viele Fragen offen. "Aber auf den ersten Blick sieht das gut aus", fügte er hinzu.

Auch Analyst Christoph Schmidt vom Vermögensverwalter N.M.F. AG gab zu bedenken, dass es wohl noch dauern werde, bis die deutsche Justiz auf das Urteil reagieren werde.

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    Der Staat zockt - die Steuerzahler ab
    Die Gesundheitspolitik zockt - die Versicherten ab
    Der staatliche Glücksspielvertrag zockt - die Tipper ab
    Die Mautgebühr zockt - die Autofahrer ab
    Die Sozialkostenverteilung zockt- die Kommunen ab
    Die Energiepolitik zockt - die Verbraucher ab
    Das Sparpaket zockt - Hartz iV - Empfänger ab
    Die banken zocken - Anleger ab
    Warum eigentlich soll verboten sein, sich selbst einmal abzuzocken?
    Wegen etwa 300.000 blöden Spielsüchtigen?

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