Städtische Bank aus der Hauptstadt Chinas
Die Bank of Beijing strebt an die Börse

Die Bank of Beijing wagt sich in Schanghai auf das Parkett. Die Bank, an der die niederländische ING Gruppe beteiligt ist, will mit dem IPO bis zu 15 Mrd. Yuan (1,4 Mrd. Euro) erlösen. Sie ist die dritte Stadtbank, die an die Börse geht, seit regionale Banken im vergangenen Jahr die Erlaubnis erhielten, auch außerhalb ihrer Heimatregion zu expandieren.

Bloomberg PEKING. 1,2 Milliarden Aktien will sie innerhalb einer Zeichnungsspanne von 11,5 Yuan bis 12,5 Yuan an die Anleger bringen. Das entspricht etwa 19,3 Prozent des erweiterten Eigenkapitals, so eine Mitteilung der Bank an die Börse Schanghai.

„Das wird eine heiße Sache“, sagt Portfoliomanager Gu Yunfei von Millennium Ark Investment. „Die Anleger erwarten, dass die Gewinne bei den kleineren Banken deutlich schneller steigen, als bei den Branchenriesen.“ Außerdem gelten die Stadtbanken immer auch als Übernahmeziel. Sie benötigen derzeit vor allem Kapital für die Expansion, um mit größeren Wettbewerbern konkurrieren zu können. Derzeit entfallen sechs Prozent der insgesamt sechs Billionen Dollar aggregierter Bilanzsumme chinesischer Kreditinstitute auf die Stadtbanken. Der Löwenanteil entfällt mit 68 Prozent auf staatliche und private Banken, die sich als Aktiengesellschaften organisiert haben. Vor der Bank of Beijing hatten bereits die Bank of Nanjing und die Bank of Ningbo Aktien an der Börse platziert. Bei ihrem Debüt im Juli erlösten sie insgesamt 11,1 Mrd. Yuan. Seitdem hat sich der Aktienkurs der Bank of Nanjing annähernd verdoppelt, die Aktie der Bank of Ningbo ist dreimal so viel wert wie beim IPO.

Der künftige Börsenneuling Bank of Beijing verfügt über 123 Filialen in der Hauptstadt und eine Filiale in der benachbarten Stadt Tianjin. 2006 steigerte die Bank ihren Gewinn um 27 Prozent auf 2,1 Mrd. Yuan. Im ersten Quartal dieses Jahres erzielte sie einen Gewinn von 550 Mill. Yuan. Die ING ist derzeit mit 19,9 Prozent an Bank of Beijing beteiligt. Dieser Anteil wird laut Börsenprospekt nach dem IPO auf 16 Prozent fallen.

Der Einstieg von Ausländern ist bei chinesischen Banken Trend und von der Regierung gewünscht. Ausländische Banken ihrerseits wollen Zugang zu einem Markt, in dem das Kreditwachstum zwischen 2000 bis 2005 jährlich um 14,5 Prozent zulegte. Inzwischen sind bei neun städtischen Banken Investoren aus dem Ausland mit im Boot, neben der ING sind das unter anderem die amerikanische Citigroup und die britische HSBC.

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