Stagnierende Aktienkurse
Dax bleibt an 8 000 Punkten hängen

Die Zunft der Charttechniker, die ihre Prognosen aus den Kursverläufen der Vergangenheit ableitet, stellt sich auf ein schwaches Aktienjahr ein: Experten sagen für 2008 allenfalls stagnierende Aktienkurse voraus. Der Markt scheint nach oben gedeckelt – aber auch nach unten sind die Gefahren begrenzt. Ein Ausblick.

FRANKFURT. In einem Frankfurter Gespräch mit dem Handelsblatt waren sich führende technische Analysten darin einig, dass auf Sicht von zwölf Monaten die Marke von 8 000 Punkten beim Deutschen Aktienindex (Dax) kaum zu überwinden sein wird. Damit heben sie sich vom vorsichtigen Optimismus der fundamental orientierten Analysten ab, die ihre Aussagen auf der Basis betriebs- und volkswirtschaftlicher Daten treffen.

„Wie in den USA erscheint der Markt auch in Deutschland nach oben gedeckelt. Andererseits sind auch die Gefahren nach unten begrenzt“, fasst Klaus Deppermann, Leiter der technischen Analyse der BHF-Bank, die Sichtweise seiner Kollegen zusammen. Das bisherige Jahres- und Allzeithoch bei 8 152 Punkten stelle eine sehr schwere Hürde dar. Zugleich sehen die Experten den Index der 30 deutschen Topwerte bei gut 7 400 Zählern sehr gut unterstützt.

In dieser Woche sprang der Dax mehrmals deutlich über die 8 000er-Hürde, fiel aber immer wieder unter die Marke zurück. Selbst das gemeinsame Vorgehen der Notenbanken, um Finanzinstituten aus der Liquiditätsklemme zu helfen, ließ die Kurse nur kurzzeitig kräftig steigen. Sofort gewannen die Konjunktursorgen infolge der Immobilien- und Finanzkrise die Aufmerksamkeit der Anleger.

Insgesamt halten Charttechniker das Abwärtspotenzial aber für begrenzt. Für die stabile Verfassung benennt West-LB-Experte Christian Henke gleich drei Gründe. Erstens habe das deutsche Kursbarometer bei zahlreichen Abschwüngen in den letzten Monaten erfolgreich seinen stetigen Aufwärtstrend verteidigt. Diese steigende Linie verläuft derzeit bei rund 7 600 Zählern. Zuletzt endete ein Test im November erfolgreich. Zweitens erwies sich der vielbeachtete 200-Tage-Durchschnitt als zuverlässige Unterstützung. Schließlich verweist Henke auf die im Jahresverlauf immer wichtiger gewordene Unterstützung im Bereich zwischen 7 400 und 7 500 Punkten. Hier fand jeder Abschwung festen Halt. Viele Investoren orientieren sich an solchen Marken und schöpfen daraus ihre Zuversicht, sobald der Dax sich dem Bereich nähert.

Im Gegensatz zu den meisten fundamental orientierten Analysten ist BHF-Analyst Deppermann ausgerechnet für das erste Quartal 2008 optimistisch. Viele Bankexperten, die sich an Konjunktur- und Unternehmensdaten orientieren, gehen davon aus, dass die Märkte in den Wintermonaten noch mit den Folgen der Immobilienkrise zu kämpfen haben und sich das Bild erst nach Vorlage der Jahresabschlüsse bessern wird.

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