Stahlbranche
Klöckner als Krisenmanager

Nach den Verlustmeldungen der letzten Monate zeigt sich der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. wieder gestärkt. Experten loben das gute Krisenmanagement des Unternehmens, zuletzt legte der Aktienkurs stark zu. Durch die Kapitalerhöhung ist zudem die Kriegskasse von Klöckner gefüllt für weitere Übernahmen.
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FRANKFURT. Passend zur konjunkturellen Erholung zeigt sich der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co. gestärkt. Nach den Verlustmeldungen der vergangenen Monate sind die Analysten beim Blick auf die Zukunft optimistisch gestimmt. Etwa 75 Prozent der Experten gaben im vergangenen Monat eine Kaufempfehlung für die Klöckner-Aktie ab. Seit Monatsbeginn legte der Kurs stark zu.

Die positive Entwicklung beruht unter anderem auf dem Krisenmanagement des Unternehmens. "Es war eine überzeugende Leistung, wie schnell Klöckner auf die Krise reagiert hat", sagt Ralf Dörper, Analyst bei der WestLB. Der sofortige Akquisitionsstopp, das ausgedehnte Kostensparprogramm und die gute Steuerung des Umlaufvermögens machten sich unmittelbar bemerkbar.

Allein durch den Abbau von rund 1 500 Stellen hat Klöckner schon die Hälfte der bis zum Jahresende angestrebten 100 Mio. Euro eingespart. Die Schulden wurden durch die Steuerung des Umlaufvermögens um etwa 80 Prozent auf 118 Mio. Euro reduziert und der Cash-flow von drei Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 468 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 erhöht. Mathias Pfeifenberger von der Deutschen Bank nennt es "die wahrscheinlich stärkste Bilanzaufstellung in der Branche".

Ein weiterer Schritt war die Kapitalerhöhung im September dieses Jahres. Klöckner gab neue Aktien im Wert von 200 Mio. Euro aus. Die Kapitalerhöhung und eine Wandelanleihe-Emission im Juni füllten die "Kriegskasse" auf etwa 600 Mio. Euro. Klöckner ist damit nicht nur gerüstet für das allmählich anziehende Geschäft, sondern kann auch Chancen für Zukäufe nutzen.

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