Standard & Poor's 500
US-Aktienprofis sind optimistisch

Im allgemeinen Bewusstsein der Kreditkrise sind positive Prognosen eine willkommene Abwechslung. US-Finanzexperten sorgen mit ihren Ansichten zur Zukunft des Aktienindex Standard & Poor's 500 für gute Stimmung – auch wenn kritische Meinungen nicht ausbleiben.

HB NEW YORK. Der US-Aktienindex Standard & Poor’s 500 wird nach Einschätzung von Anlageexperten in den letzten sechs Wochen des Jahres den steilsten Anstieg seit 1971 verzeichnen. Strategen von Goldman Sachs, Strategas Research Partners und UBS rechnen damit, dass der Index, der die Entwicklung der 500 größten US-Unternehmen widerspiegelt, bis Jahresende um 9,7 Prozent auf 1 600 Zähler klettert.

Die Strategen Abby Joseph Cohen von Goldman Sachs, Jason Trennert von Strategas und David Bianco von UBS verweisen zur Begründung ihrer Prognose auf die derzeit niedrigen Aktienbewertungen und die Wachstumsaussichten in anderen Märkten. Darüber hinaus könne die US -Notenbank die Zinsrate für kurzfristige Kredite zwischen Banken senken. Die Jahresend-Prognose verlange viel vom Markt, räumt Trennert ein, der früher im Jahr mit der Prognose anziehender Kurse im Zuge von Übernahmen Recht behalten hatte. Aber der Markt bewertet den S&P derzeit mit dem 15,7-fachen der Ertragsprognosen. Dies ist der niedrigste Stand seit fast 17 Jahren.

"Die Bewertung durch den Markt ist wie bei einer Rezession“, schreibt der UBS -Anlagestratege David Bianco in einer Studie. "Wir rechnen aber nicht damit, dass es zu einer Rezession kommt. Die Gewinne der Unternehmen sind wesentlich stabiler, als die meisten Anleger erwarten.“ Zudem gehe er davon aus, dass die US -Notenbank im kommenden Jahr ihren Benchmark- Zinssatz von 4,5 auf 3,5 Prozent senken wird. Nach Einschätzung von Goldman-Sachs-Anlagestrategin Cohen werden die Verluste im Zuge der Hypothekenkrise durch die Gewinne von Unternehmen wettgemacht, die Technologie- und Industrie-Unternehmen außerhalb der USA beliefern. Cohen wurde in den 1990ern für ihre optimistischen Einschätzungen bekannt.

Doch es gibt angesichts der sinkenden Profite und der sich verlangsamenden Wirtschaft auch kritische Stimmen. "Ich weiß nicht, wie der Index auf 1 600 Zähler kommen soll“, sagt beispielsweise Nick Sargen, Senior Vize-Präsident bei Fort Washington Investment Advisors in Cincinnati. "Ich hoffe, dass wir den aktuellen Stand halten können.“

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