Starker Jahresauftakt
BNP Paribas überzeugt die Anleger

Frankreichs führendes Bankhaus BNP Paribas hat im ersten Quartal blendend verdient. Privatkunden füllen BNP die Kassen, das gleicht ein schwächeres Investment-Banking aus. Anleger und Analysten sind hoch zufrieden.
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DüsseldorfFür die Anleger von Bankaktien läuft die Berichtsaison für das erste Quartal bisher durchwachsen. Gute Zahlen etwa der Deutschen Bank stehen schwache Ergebnisse von Credit Suisse oder Barclays gegenüber. Auch die Reaktionen der Aktien des Sektors gingen in den vergangenen Wochen teils kräftig auseinander.

Heute legte die französische Großbank BNP Paribas überzeugende Zahlen vor, die die Anleger mit Käufen honorierten. Mit einem Plus von knapp drei Prozent auf gut 55 Euro war die Aktie am Nachmittag größter Gewinner im Euro-Stoxx 50. Damit setzte das Papier seinen jüngsten Aufwärtstrend fort. Seit Mitte April geht es für BNP-Papiere kontinuierlich nach oben, das Jahreshoch von 59 Euro rückt wieder in Reichweite. Seit Jahresbeginn steht insgesamt ein Plus von gut 15 Prozent zu Buche.

Im ersten Quartal verdiente BNP Paribas netto 2,62 Milliarden Euro und damit 100 Millionen Euro mehr, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Zu verdanken haben die Franzosen den Gewinnsprung um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr vor allem einem florierenden Privatkundengeschäft. Europaweit, vor allem aber auf dem französischen Heimatmarkt wuchsen die Kreditzusagen und das Hypothekengeschäft. Gleichzeitig ging die Risikovorsorge um eine Drittel zurück. Damit konnte auch eine leichte Schwäche im Investment-Banking kompensiert werden. Die Erträge gingen hier um 14 Prozent zurück. Damit hielt sich BNP aber noch besser als viele Konkurrenten.

Marktexperten bewerteten die Zahlen des französischen Branchenprimus einhellig positiv: „BNP hat die Latte hoch gelegt“, sagte Fondsmanager Marc Renaud von Mandarine Gestion mit Blick auf die anderen französischen Banken, deren Quartalsberichte noch ausstehen. Zahlreiche Analysten, darunter die Experten von Keefe, Bruyette & Woods, Raymond James und DZ Bank untermauerten ihre Kaufempfehlungen. Insgesamt raten Daten von Bloomberg zufolge 80 Prozent aller Analysten zum Kauf von BNP-Aktien. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei knapp 68 Euro.

Ein Grund für den Optimismus: Die latente Diskussion über Kapitalerhöhungen, die auf vielen Aktien aus der Bankenbranche lastet, verfängt bei BNP Paribas nicht. Die harte Kernkapitalquote der Franzosen lag Ende März bei 9,5 Prozent und damit 1,2 Prozentpunkte höher als noch vor Jahresfrist. Die neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III dürfte die Bank damit problemlos erfüllen, weswegen Vorstandschef Baudouin Prot eine Kapitalerhöhung erneut ausschloss.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

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