Starkes Halbjahr
Porsche mit Milliardengewinn im Plus

Die Erwartungen waren hoch - und wurden sogar noch übertroffen. Das starke Ergebnis des Sportwagenbauers lässt Anleger jubeln. Zudem hält der Porsche-Vorstand an seiner Absatzprognose fest. Davon profitiert auch VW.
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Nach einem positiven Handelsstart stiegen die Porsche-Titel zeitweise über zwei Prozent. Derzeit liegen die Anteilsscheine mit 1,3 Prozent im Plus bei 54,39 Euro. Marktteilnehmer sahen ihre hohen Erwartungen ohne Überraschungen bestätigt.

Die Schwaben steigerten ihren Umsatz in den ersten sechs Monaten um 19 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro. Und auch operativ legten sie deutlich zu: Knapp 1,1 Milliarden Euro von Januar bis Ende Juni, das entspricht einem Zuwachs von fast 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vor allem der Geländesportwagen Cayenne verkaufte sich gut. Für das Gesamtjahr bekräftigte Vorstandschef Matthias Müller das Ziel eines Absatzrekords von mehr als 100.000 verkauften Pkws. Ein konkretes Absatzziel nannte er nicht.

Bis 2018 will das Unternehmen aus Zuffenhausen bei Stuttgart die Zahl seiner Händler weltweit von 700 auf 1000 ausweiten und sie auf neue Modelle und energiesparende Antriebe vorbereiten. Um das Händlernetz entsprechend auszubauen, würden Investitionen von bis zu zwei Milliarden Euro nötig, sagte Bernhard Maier, im Vorstand für Marketing und Vertrieb zuständig, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

In der AG ist das Fahrzeuggeschäft von Porsche gebündelt, die börsennotierte Porsche Holding hält rund 51 Prozent der Anteile. Der Rest liegt in der Hand von Volkswagen (VW), der dank eines Rekordabsatzes seinen operativen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelte. Für die VW-Vorzüge ging es heute 2,1 Prozent nach oben. Die Porsche Holding und VW wollen möglichst noch in diesem Jahr verschmelzen und versprechen sich davon weitere Kosteneinsparungen.

Die Mehrzahl der Analysten sieht Porsche auf der "Kaufen"-Seite. Dennoch gibt es einige Querdenker. So schrieb Citigroup-Analyst John Lawson in einer Branchenstudie Anfang Mai, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fusion mit Volkswagen längst nicht so hoch sei wie vom Markt erwartet. Er bleibe daher bei seiner Empfehlung "Sell" und einem Kursziel von 51,00 Euro. Zudem bleibe der Titel auf der "Least Preferred List" für den Automobilsektor.

Auch für seinen Kollegen Stuart Pearson von der US-Investment bleiben die Porsche Titel eine Wette auf das mögliche Zusammengehen beider Unternehmen. Trotz eines von 67 auf 74 Euro angehobenen Kurszieles und der Einstufung "Overweight" riet er Anlegern Ende Juli die guten Fundamentaldaten am besten direkt über die Aktie der Wolfsburger zu spielen.

Die Aktie selbst hat seit ihrem Jahrestief von 41,92 Euro Mitte April wieder kräftig an Fahrt aufgenommen, dabei aber nicht mehr das Hoch von 64,14 Euro vom Jahresanfang erreichen können.

Martin Barwitzki
Martin Barwitzki
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter

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