Starkes Mittelgewicht
Im MDax locken noch einige Chancen

Schier unaufhaltsam steigt der MDax für mittelgroße Werte von einem Höchststand zum nächsten und lässt seinen großen Bruder, den Standardwerteindex Dax, weit hinter sich. Und dennoch gestehen Aktienspezialisten dem MDax weiteres Potenzial zu. Bei einzelnen Aktien erwarten Nebenwerte-Experten in den nächsten zwölf Monaten Kursgewinne von bis zu 20 Prozent.

DÜSSELDORF. „Wir glauben, dass das noch eine ganze Weile so weitergeht“, sagt Matthias Born, Fondsmanager bei der Allianz-Tochter Dit. Dabei stehen Krones, Hugo Boss, Kali und Salz (K+S) und Beiersdorf ganz besonders im Fokus.

Zu den Titeln, denen Analysten die größten Kurschancen zubilligen, gehört der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen Krones. Wegen des globalen Wachstums im Getränkemarkt halten sie eine weiter positive Geschäftsentwicklung für wahrscheinlich und erwarten ein Kursplus von 15 bis 20 Prozent. „Krones ist einer der besten Werte im MDax“, sagt Heino Hammann von der Norddeutschen Landesbank. Problematisch sei zwar der ruinöse Wettbewerb mit einigen Konkurrenten, aber die Qualität der Krones-Produkte setze sich auf Dauer durch, meint er. Beim Dit ist man mit der Entwicklung ebenfalls zufrieden. „Das schnelle weltweite Wachstum bei Pet-Verpackungen für Getränke hat dem Unternehmen sehr geholfen“, sagt Born.

Kurspotenzial sehen die Analysten auch bei der Aktie von Hugo Boss. Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren trotz Konsumzurückhaltung in Deutschland immer wieder mit exzellenten Umsatz und Ergebniszahlen aufgefallen. Vor allem aufgrund der hohen Markenattraktivität konnte sich Hugo Boss in allen seinen Märkten besser als der Branchendurchschnitt entwickeln. Wenn das Unternehmen „weiter macht wie bisher“, sieht Volker Bosse, Analyst der Hypo-Vereinsbank, für die Aktie „noch deutliches Aufwärtspotenzial“. Der Kurs könne in den nächsten zwölf Monaten rund 15 Prozent zulegen.

Als weitere Perle gilt der Düngemittelhersteller K+S. Das Geschäft mit Kali, Magnesium und Salz läuft gut, wie die Steigerung des Konzernergebnisses 2005 um gut die Hälfte zeigt. Gute Profite erwarten Analysten auch vom Kauf des größten südamerikanischen Salzproduzenten, der chilenischen SPL. Da „der Bedarf an Düngemitteln wegen der weltweit wachsenden Nahrungsmittelnachfrage steigt“, wie Fondsmanager Born sagt, blieben die Aussichten gut. Allenfalls ein fallender Kali-Preis könne den Firmengewinn drücken. „Weil aber die Produktionskapazität für das Düngemittel begrenzt sind und die Nachfrage steigt“, hält Carsten Kunold, Analyst vom Bankhaus Merck Finck, dies für wenig wahrscheinlich.

Positiv bewerten Analysten ferner Beiersdorf. Das Unternehmen erfüllte mit seinem Quartalsergebnis die Erwartungen der Analysten vor allem Dank seines stark wachsenden Auslandsgeschäfts. Zum Plus beim Vorsteuer-Gewinn von gut zwölf Prozent haben laut Beiersdorf vor allem die Märkte Lateinamerikas, Polen und Russland beigetragen. „Wir glauben, dass Beiersdorf damit erfolgreich sein wird“, sagt Christian Bruns, Analyst bei Sal. Oppenheim. Da verzeiht man dem Konzern auch den stagnierenden Deutschland-Umsatz. Die Analysten der Privatbank M.M. Warburg sehen Beiersdorf „gut auf der Spur“ und raten zum Kauf.

Zu den Dividendentiteln mit langfristigen Kurschancen zählen ferner Generika-Hersteller Stada, Fondsanbieter MPC, Spezialchemiehersteller Merck, Optiker Fielmann, die Parfümeriekette Douglas sowie die Finanzdienstleister MLP und AWD. Als dividendenstarke Werte gelten MPC mit einer Dividendenrendite von rund sechs Prozent, Norddeutsche Affinerie mit vier und Deutsche Euroshop mit 3,8 Prozent.

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