Steigende Besucherzahlen
Finanzportale wachsen rasch

Anbieter von Finanzinformationen wie Onvista, Finanztreff oder Wallstreet-Online profitieren derzeit gleich von zwei Trends. Einerseits treibt der wieder erwachte Börsenboom zahlreiche Anleger auf die Seiten der Internet-Portale. Andererseits hat die Werbebranche das Internet als Medium mit hoher Reichweite entdeckt.

FRANKFURT. Die steigenden Besucherzahlen der Finanzseiten wecken das Interesse der Anzeigenkunden. Die buchen immer mehr Werbung im Netz und spülen so Geld in die Kassen der Online-Portale. „Wir erwarten ein jährliches Marktwachstum von durchschnittlich 25 Prozent in den nächsten fünf Jahren“, prognostiziert Jochen Reichert, Analyst bei SES Research. Das interessiert auch die Anleger.

So erzielte Marktführer Onvista in den ersten neun Monaten 2006 einen Umsatz von 8,9 Mill. Euro, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Kölner Unternehmen erwirtschaftete einen Netto-Gewinn von rund einer Million Euro. Die Zahl der Seitenabrufe (Page Impressions) bezifferte sich laut IVW-Statistik im Schnitt auf 80 Millionen pro Monat. Das Onvista-Papier legte in den vergangenen zwölf Monaten um gut 105 Prozent zu. Mitte Januar rutschte der Kurs zwar von rund 18 auf etwa elf Euro ab. Aber bei dem Kurseinbruch spielen einmalige Effekte eine Rolle. Das Unternehmen hatte eine Sonderdividende von 3,75 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Das Papier wird nun mit einem Dividenden-Abschlag gehandelt.

Der ebenfalls börsennotierte Konkurrent Wallstreet-Online bringt es mit 55 Millionen Seitenaufrufen pro Monat auf deutlich weniger Klicks. Mit einem operativen Ergebnis der ersten neun Monate 2006 von 2,2 Mill. Euro bei einem Umsatz von 5,7 Mill. Euro hat das Berliner Unternehmen aber den Konkurrenten von der Ertragsseite her überflügelt. Seit dem Börsengang am 22. Februar 2006 legte das Papier um rund 60 Prozent zu.

Nach jahrelangem Sparkurs wecken die hohen Gewinne auch den Wunsch, durch Übernahmen zu wachsen. Onvista-Vorstandschef Michael Schwetje kann sich Zukäufe durchaus vorstellen. Die Konkurrenz war dagegen schon auf Einkaufstour. „Wir legen derzeit den Fokus auf den Ausbau des Portals Wallstreet-Online und wollen im Moment keine weiteren Portale zukaufen“, sagt André Kolbinger, Vorstandschef von Wallstreet-Online.

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