Steigende Zinsen und Benzinpreise sind für US-Autohersteller größerer Belastungsfaktor als defizitäres Europa-Geschäft
Bei GM sind sich die Analysten uneins

Der weltgrößte Autobauer General Motors (GM) nimmt seine europäischen Töchter an die ganz kurze Leine – und stößt damit bei Anlegern und Analysten auf ein geteiltes Echo. In Zukunft sollen die Automarken Opel, Vauxhall und Saab zentral von der europäischen Zentrale in Zürich aus gesteuert werden.

HOUSTON. Mit einer gebündelten Verwaltung in den Schlüsselbereichen Finanzen, Konstruktion, Einkauf, Fertigung, Marketing und Planung will GM Synergieeffekte erzielen, in großem Umfang Kosten sparen und so das seit Jahren defizitäre Geschäft bei Opel & Co. wieder in die schwarzen Zahlen steuern.

Der Markt reagierte zunächst skeptisch auf die Bekanntgabe: Der GM-Aktienkurs verlor einige Prozent. Seitdem hat er sich allerdings wieder gefangen und notiert knapp unter der Marke von 48 Dollar. Seit dem Tief im Juli vergangenen Jahres hat die Aktie damit rund 35 Prozent gewonnen und liegt noch etwa 15 Prozent unter dem Zwölf-Monats-Hoch, das sie im Januar markierte.

Bankexperten äußerten sich indes positiv über die geplanten Einschnitte. „Wenn GM erfolgreich sein will, ist es ziemlich klar, dass sie in ihrer Europa-Sparte die Axt ansetzen und Kosten einsparen müssen“, sagte etwa Autoanalyst Stephen Cheetham vom Investmenthaus Sanford C. Bernstein der Nachrichtenagentur Reuters. „Opel ist offen gesagt ein Dinosaurier. Die Sparte braucht eine umfassende chirurgische Behandlung, um für das 21. Jahrhundert gerüstet zu sein.“

Trotz eines ambitionierten Restrukturierungsplans hat der Autokonzern in Europa in den vergangenen viereinhalb Jahren Verluste eingefahren, und auch im jüngsten Quartal lag die Bilanz wieder im roten Bereich. Das Minus von 116 Mill. Dollar fiel dabei sogar fast doppelt so hoch aus wie im Vorjahresquartal. Dennoch erwartet John Casesa von Merrill Lynch keine negativen Auswirkungen des schleppenden Europa-Geschäfts auf die Unternehmenserträge: „Die Zahlen in Europa hinken zwar GMs selbst gesteckten Zielen hinterher, unter anderem wegen des starken Preiskampfs mit der Konkurrenz und wegen des unvorteilhaften Produkt-Portfolios. Aber diese Probleme werden durch die Gewinne in anderen GM-Bereichen wieder ausgeglichen – zum Beispiel bei der Finanztochter GMAC.“

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