Steilmann-Börsengang
Dividende ist nicht in Sicht

Der Modehändler Steilmann wird seinen Aktionären im ersten Börsenjahr keine üppige Ausschüttung gönnen. Stattdessen setzt der Börsenneuling auf Wachstum durch Übernahmen. Die Konkurrenz ist groß.

FrankfurtDer Börsenneuling Steilmann wird seine Aktionäre zunächst nicht mit einer Ausschüttung verwöhnen. Für das Geschäftsjahr 2015 sei keine Dividende geplant, für 2016 wolle man sich noch nicht festlegen, sagte Geschäftsführer Michele Puller am Dienstag in Frankfurt anlässlich einer Pressekonferenz zum Börsengang des westfälischen Modeherstellers und –händlers.

Den Emissionserlös wolle Steilmann zum großen Teil dafür verwenden, die Mehrheit an der Bekleidungskette „Adler” zu übernehmen und den Finanzinvestor Equinox herauszukaufen. Ein kleinerer Teil soll zur Rückführung der Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Finanzvorstand Jens Brüggemann bezifferte diese für Ende vergangenen Jahres auf 83 Millionen Euro. In den kommenden drei Jahren wolle die Gruppe ihren Umsatz – der 2014 bei 895,9 Millionen Euro lag – verdoppeln.

Bis zu 19,55 Millionen Steilmann-Aktien können von Dienstag an bis zum 22. Oktober gezeichnet werden. Die Preisspanne für die Anteile der Steilmann SE liegt bei 3,50 bis 5,00 Euro je Aktie. Die Altaktionäre, darunter die italienischen Familienstämme Radici und Giazzi, wollen ihre Beteiligung auf bis zu 51 Prozent abschmelzen lassen. Die Aktien und die Mehrzuteilungsoption kommen ausschließlich aus einer Kapitalerhöhung. Auf Basis des Mittelwerts der Preisspanne betragen die Bruttoerlöse aus dem Börsengang inklusive der Wertpapierreserve des Emittenten (Greenshoe) 83,1 Millionen Euro.

Am 27. Oktober soll die Steilmann-Aktie erstmals im streng regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse notiert werden. Begleitet wird die Emission vom Wertpapierhandelshaus Oddo Seydler und der italienischen Banca IMI.

Miro Radici und seine Co-Investoren hatten das 1958 von Klaus Steilmann gegründete aber in Schieflage geratene Unternehmen 2006 übernommen und damit vor der Insolvenz gerettet. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Altersgruppe der über 45-Jährigen. In diesem Markt der „Best Ager“ will Steilmann in den kommenden Jahren punkten. Bis Ende 2019 rechnen Branchenanalysen damit, dass 65 Prozent aller Ausgaben für Damenbekleidung auf diese ältere Zielgruppe entfallen.

Die Mode von Steilmann wird in Asien und Rumänien produziert. Zu den Wettbewerbern von Steilmann zählen Gerry Weber, Betty Barclay und Basler. Etwa 80 Prozent des Umsatzes werden in Deutschland erzielt, zu den aussichtsreichen Wachstumsregionen zählt das Management aber auch Italien, wo sich der Markt wieder erhole. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete der „deutsche Mittelständler mit italienischen Wurzeln“ mit Marken wie „Steilmann“, „Apanage“ oder „Kapalua“ in mehr als 1300 Verkaufsstellen einen operativen Gewinn von 53,3 Millionen Euro, unter dem Strich blieb aber ein Minus von 4,2 Millionen Euro stehen.

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