Steilmann
Mehr Mode für die Börse

Frisches Kapital soll das Wachstum der Modekette Steilmann beflügeln. Die Firma mit Marken wie „Stones“ will in diesem Jahr noch an die Börse. Die bisherigen Eigentümer werden ihre Anteile aber behalten.

Die Modefirma Steilmann will mit einem Börsengang ihr Wachstum anschieben. In den kommenden Wochen strebe die Firma ein öffentliches Angebot von neuen Aktien sowie eine Zulassung im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse an, teilte Steilmann am Freitag mit. Die derzeitigen Eigentümer würden dabei aber keine Anteile verkaufen, stattdessen soll es eine Kapitalerhöhung geben. Wie Reuters von einem Insider erfuhr, strebt der Modekonzern mit seinen Marken „Steilmann“, „Apanage“, „Kapalua“ und „Stones“ ein Emissionsvolumen von 100 bis 200 Millionen Euro an. Steilmann wollte sich dazu nicht äußern.

Neben der Eröffnung von weiteren Filialen will Firmenchef Michele Puller auch andere Bekleidungsunternehmen ins Visier nehmen. „Der Börsengang soll uns die notwendigen finanziellen Möglichkeiten bieten, um unseren eingeschlagenen Wachstumskurs durch mögliche weitere Akquisitionen fortzusetzen“, erklärte der Manager. Puller hatte im Reuters-Interview zuletzt angekündigt, rund 200 Verkaufsflächen pro Jahr eröffnen zu wollen. Neben Damenoberbekleidung soll zudem auch der Bereich Herrenmode - derzeit mit der Marke „Stones“ - ausgebaut werden wie auch das Online-Geschäft. Die Investmentbank Oddo Seydler unterstützt Steilmann bei den Börsenplänen.

Puller gehört zum italienischen Familienclan Radici/Giazzi, der über 50 Prozent an Steilmann hält. Die restlichen Anteile sind im Besitz verschiedener privater Gesellschaftern. Die Italiener hatten den 1958 von Klaus Steilmann gegründeten Damenmodehersteller in den vergangenen Jahren schrittweise übernommen. Zu dem Unternehmen, das sich auf die Altersgruppe der über 45-Jährigen konzentriert, gehört neben den Modemarken außerdem die börsennotierte Modekette Adler, an der Steilmann zusammen mit dem Investor Equinox die Mehrheit hält. Die von hauseigenen Designern entworfene Kleidung wird in Asien und Rumänien produziert.

2014 setzte die Steilmann SE mit 8300 Mitarbeitern in 18 Ländern knapp 900 (Vorjahr: 737) Millionen Euro um. Der bereinigte, operative Gewinn (Ebitda) stieg auf 53,3 (43,7) Millionen Euro.

Nachdem einige Firmen im Sommer wegen der Griechenland-Krise ihre Börsenpläne auf Eis gelegt hatten, wollen in nächster Zeit nun etliche den Sprung aufs Parkett trotz der jüngsten Talfahrt an den Börsen durchziehen: Die Bayer -Kunststoff-Sparte Covestro will am 2. Oktober mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro den größten Börsengang in Deutschland seit dem Boom-Jahr 2000 hinlegen. Am 5. Oktober folgt der fränkische Auto- und Industriezulieferer Schaeffler. Bereits am 1. Oktober plant die Internet-Anzeigebörse Scout24 ihr Börsendebüt, Ende des Monats folgt der Baustoffkonzern Xella. In der Warteschlange steht Finanzkreisen zufolge auch noch Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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