Stimmung hat sich verschlechtert
Chancen auf Dax-Herbstrally schwinden

Zum Auftakt der deutschen Quartalsberichtssaison werden die deutschen Aktienwerte nach Einschätzung von Analysten ihre Kursverluste der vergangenen Tage ausbauen.

HB FRANKFURT. „Die Stimmung hat sich verschlechtert, nachdem die ersten Ergebnisse der US-Unternehmen nicht so gut ausgefallen sind wie erhofft“, sagt Aktienstratege Volker Borghoff von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Sein Kollege Markus Reinwand von Helaba Trust schätzt die Lage ähnlich ein: „Wir erhalten immer mehr Signale, dass die Konjunktur an Schwung verliert.“ Die Chancen einer Herbstrally, auf die viele Anleger in den vergangenen Wochen noch gehofft hatten, sehen Börsianer zusehends schwinden. Von daher sei eine „Schaukelbörse“ ein wahrscheinliches Szenario, meinen die Marktstrategen der Bankgesellschaft Berlin. Eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, die in den vergangenen Wochen gestartet wurde, sei dagegen nicht zu erwarten. Dafür gebe es derzeit einfach zu viele Belastungsfaktoren.

Als Belastungsfaktor für die Aktien sehen Marktteilnehmer vor allem den offenbar unaufhaltsam steigenden Ölpreis. „Der Dax konnte dem Anstieg in den vergangenen Wochen zwar trotzen“, sagt Helaba-Aktienexperte Reinwand. „Aber der Wind scheint sich zu drehen.“ Obwohl der starke Euro die Belastung durch den Ölpreis-Anstieg abmildere, werde die Entwicklung früher oder später auch bei den deutschen Unternehmen durchschlagen, betont er.

Die Terminkontrakte auf die führenden Öl-Sorten Brent und Crude Light kletterten in der abgelaufenen Woche jeweils auf Rekordmarken von 51,50 beziehungsweise 54,88 Dollar je Barrel (159 Liter). Ein steigender Ölpreis schmälert das frei verfügbare Einkommen der Verbraucher und verteuert für die Unternehmen Produktion und Transport von Waren. Daher gilt er als Wachstumsbremse. Einige Börsianer befürchten sogar, dass der aktuelle Anstieg die Erholung der Weltkonjunktur vollends abwürgt.

Technische Analysten sehen für den deutschen Aktienmarkt indes noch Korrekturpotenzial. Mit dem Unterschreiten der 200-Tage-Linie und der August-Aufwärtstrendlinie habe sich die Lage eingetrübt. Es ergebe sich damit die Gefahr eines Rückgangs bis zum letzten Konsolidierungstief bei 3.848 Zählern. In der kommenden Woche werden noch mehrheitlich US-Unternehmen ihre Zahlen vorlegen, während in Europa die Berichtssaison erst langsam ins Rollen kommt.

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