Aktien
Stimmung weiter "pro Aktien", Blick auf mögliche Kehrtwenden

Mittelfristig sind die Sentix-Experten weiterhin "pro Aktien" eingestellt. Allerdings sollten die Signale des Marktes im Blick behalten werden, schrieb Analyst Patrick Hussy in einer aktuellen Studie. Preise seien dabei die einzig objektive Information.

dpa-afx LIMBURG. Mittelfristig sind die Sentix-Experten weiterhin "pro Aktien" eingestellt. Allerdings sollten die Signale des Marktes im Blick behalten werden, schrieb Analyst Patrick Hussy in einer aktuellen Studie. Preise seien dabei die einzig objektive Information. Sollte sich hier der Trend umkehren, wäre das ein Grund zum Handeln. Eine negative Einstellung treffe bisher ausgewählte Branchen: Zur hartnäckigen Abneigung gegenüber Finanzwerten geselle sich eine negative Stimmung gegen die Deutsche Telekom . Er halte das allerdings für "übertrieben" und sehe darin eine gute Kaufgelegenheit.

Unsicher bleibe die Richtung der europäischen Aktienmärkte. "Der Dax eilt von Hoch zu Hoch und der Euro Stoxx 50 lahmt weiter", resümierte Hussy. Momentan verhindere eine Hürde bei 2 900 Punkten einen Bullenmarkt auf Euro-Ebene - "wir warten auch hier auf einen Startschuss." Die mittelfristige Stimmung für europäische Aktien falle leicht ab. Zwei Szenarien seien vorstellbar: Entweder werde der Index die charttechnisch wichtige Marke durchbrechen oder die Börsenstimmung müsste einen kompletten Konsolidierungszyklus durchlaufen. Bei letzterer Version dürften laut dem Analysten fallende Preise die Anleger nochmals stressen.

Unklar sei dabei auch, welche Vorgaben der derzeit starke japanische Aktienmarkt mache: Der Durchbruch des Topix in der 850er-Zone könnte eine Spätfolge im allgemeinen Aufwärtstrend sein - oder aber der Aufbruch in einen breit angelegten globalen Bullenmarkt. Auf letzteres deute zumindest China nicht hin. Der anhaltende Unsicherheitsfaktor verleiht den europäischen Aktien- und den Rohstoffmärkten laut Hussy keinen Rückenwind.

Pessimistisch blickt der Analyst auf Staatsanleihen. "In der abgelaufenen Woche wurde an den globalen Bondmärkten einiges an Porzellan zerbrochen." Anleger in Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan hätten mit deutlichen Zinssteigerungen zu kämpfen. Das Preissignal im 5-Jahresbereich lasse nichts Gutes erahnen - im Minimum werde die 2-Prozent-Marke angesteuert. Dies hinterlasse vor allem in der kurzfristigen Stimmung tiefe Spuren, da die Anleger nicht mit dermaßen starken Verlusten gerechnet hätten. "Es scheint wieder einmal so, dass der Future-Verfall Anfang Dezember einen (negativen) Extrempunkt setzen könnte", schrieb Hussy. Er habe sein Portfolio entsprechend deutlich defensiver aufgestellt.

Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%