Strategen loben solides Geschäft
Französischer Autobahnbetreiber strebt an die Börse

Der französische Autobahnbetreiber Société des Autoroutes du Nord et de l'Est de la France, die Betreibergesellschaft der Autobahnen von Paris nach Straßburg und Calais, will Aktien im Wert von bis zu 1,3 Mrd. Euro platzieren. Es wäre die erste der vier für dieses Jahr geplanten Privatisierungen in Frankreich.

HB PARIS. Die mit bis zu vier Mrd. Euro bewertete staatliche Gesellschaft wird bis Ende April etwa ein Drittel des Aktienkapitals an die Börse bringen, berichteten informierte Personen.

„Autobahnbetreiber haben eine relativ saubere Bilanz“, sagte Thierry Girardet, Fondsmanager bei Fival SA in Paris. „Ihre liquiden Mittel können zur Rückzahlung von Krediten und zur Dividendenausschüttung verwendet werden“, so der Fondsexperte.

Frankreich trennt sich vom Tafelsilber, um die von der Europäischen Union festgesetzte Defizitgrenze von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts dieses Jahr zu erreichen. In den letzten drei Jahren lag Frankreich darüber. Vor diesem Hintergrund werden Unternehmen wie Electricité de France, Gaz de France und Areva SA fit für die Börse gemacht. Sie dürften rund 19 Mrd. Euro in die Staatskasse spülen, schätzt Société Générale SA.

Das Straßennetz von Autoroutes du Nord ist 1 743 Kilometer lang. Damit ist die Autobahngesellschaft die viertgrößte in Europa. Der Erlös aus dem Börsengang soll in den Schuldenabbau und eine höhere Dividendenzahlung fließen, verlautete aus informierten Kreisen. Autoroutes du Nord wird von BNP Paribas, Frankreichs zweitgrößter Bank, und der Schweizer UBS AG, dem europäischen Branchenprimus, beraten. Die französische Regierung wird von CCF, der französischen Tochter von HSBC Holdings Plc, beraten. Vertreter der Banken waren zu keiner Stellungnahme bereit.

Was die Zuteilung der Aktien an institutionelle und private Investoren angeht, könnte Autoroutes du Nord dem Beispiel von Société d'Autoroutes Paris-Rhin-Rhône folgen. Bei dem Börsengang im November gingen 55 Prozent der Aktien an Privatanleger. Die Aktie hat seitdem 14,4 Prozent an Wert gewonnen. Der französischen Leitindex CAC-40 stieg im gleichen Zeitraum lediglich 5,1 Prozent hoch. Der Kurs von Autoroutes du Sud de la France ist seit dem Börsengang 2002 um 11,4 Prozent gestiegen. „Wir mögen diese Aktien wegen ihrer Rendite und ihres regelmäßigen Wachstums“, sagte Christian Foriel-Destezet, Fondsmanager bei Crédit Mutuel-CIC Asset Management in Paris.

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