Strompreisdebatte und künftige Regulierung belasten Eon und RWE kaum
Analysten rechnen bei Versorgern mit weiteren Kursgewinnen

Dank steigender Strompreise haben die großen Versorger im Deutschen Aktienindex (Dax) in den vergangenen Monaten wesentlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt.Die Mehrheit der Analysten sehen die Versorger weiterhin im Aufwärtstrend.

DÜSSELDORF. Die Aktie von Eon stieg seit Jahresbeginn um über 14 Prozent, RWE kletterte sogar um 28 Prozent. Jetzt wollen die Versorger noch einen drauflegen: Ab Januar kommenden Jahres werden sie die Preise noch einmal erhöhen.

Trotz der bereits stark gestiegen Aktienwerte und dem politischen Gegenwind gegen hohe Strompreise sieht die Mehrheit der Analysten die Versorger weiterhin im Aufwärtstrend. „Die langfristigen Verträge vieler Stromkäufer laufen aus und werden jetzt in einer Hochpreisphase erneuert“, erklärt Katja Blanke von der Landesbank Rheinland-Pfalz. „Die heutigen Kurse spiegeln das noch nicht wider.“ Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass Versorgeraktien als Defensivwerte weniger ausschlagen als andere Aktien.

Auch die Analysten von Lehman Brothers sehen die Versorger als gute Anlage, sie haben in ihrer jüngsten Analyse beide Titel auf „Overweight“ hochgestuft. Skeptischer sieht es Peter Wirtz von der WestLB. Er glaubt, dass die Aktienkurse von RWE und Eon die hohen Strompreise inzwischen widerspiegeln. „Die Story ist jetzt zu großen Teilen gespielt“. Im direkten Vergleich sieht Wirtz Eon vorne, da RWE schon sehr gut gelaufen sei.

Die Großhandelspreise an den Strombörsen sind seit Anfang 2003 stark gestiegen, von 22 Euro pro Megawattstunde auf heute 35 Euro pro Megawattstunde. Wichtigster Grund: die hohen Kosten für Brennstoffe, mit denen ein großer Teil des Stroms produziert wird. Besonders profitabel sind daher Kraftwerke, die ohne Kohle und Gas arbeiten. „Kernkraftwerke, Wasserkraftwerke und Braunkohlekraftwerke profitieren vom Preisanstieg, ohne wesentlich höhere Kosten zu haben“, sagt Matthias Heck von Sal.Oppenheim. Eon produziert über die Hälfte des Stroms in Kernkraftwerken produziert und weitere zehn Prozent mit Wasserkraft. Aber auch der Essener Rivale RWE, der einen Großteil des Stroms in Braunkohlekraftwerken produziert, steckt die hohen Preise gut weg, da er die Braunkohle selber fördert.

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