Subprime-Krise
Börsenprofis sehen Kurspotenzial

Der Kurssturz der vergangenen Wochen hat viele Branchen nach Ansicht von Aktienstrategen übermäßig hart getroffen. Nach den Verlusten auf breiter Front gelten Firmen abseits der Subprime-Krise als lukrative Werte – Bankexperten sehen auch in zahlreichen von der Subprime-Krise betroffenen Sektoren gute Zukunftschancen.

FRANKFURT. Vor allem Industriewerte, etwa Auto-Titel, sowie Aktien der Sektoren Chemie und Technologie haben für die Profis Kurspotenzial. Allerdings geben sie für Finanzwerte noch keine Entwarnung, obwohl diese mittlerweile vergleichsweise günstig bewertet sind. Zu unklar ist nach Meinung der Experten, welche Risiken noch in den Büchern der Institute schlummern – obwohl Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann den Finanzwerten mit einem optimistischen Ausblick gerade auf die Sprünge geholfen hatte.

Gute Chancen sehen die Fachleute in anderen Sektoren, wo die Krise am US-Markt für zweitklassige (subprime) Hypothekenkredite zum Teil ebenfalls heftige Spuren hinterlassen hat (s. „Software und Autos vorne“). Denn diese waren aus Sicht der Bankexperten nicht immer gerechtfertigt: „Die heftigen Marktbewegungen haben zu einer zu starken Gleichbehandlung vieler Aktien geführt“, schreiben die Strategen der UBS. In vielen Sektoren seien qualitativ hochwertige Unternehmen mit geringer Verschuldung ebenso abgestraft worden wie Firmen mit hoher Verschuldung. Inzwischen seien viele langfristig fundamental interessante Aktien attraktiv bewertet.

Steffen Neumann, Aktienstratege der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sieht vor allem Chancen in zyklischen Sektoren wie Industrie und Chemie: „In diesen Bereichen ist das Gewinnziel sehr intakt“, begründet er seinen Optimismus. Auch von Technologiewerten, die bereits im Zuge der Berichterstattung für das zweite Quartal überzeugt hätten, erwartet Neumann eine anhaltend hohe Gewinndynamik. Zu seinen Favoriten zählt er ferner die Automobilbranche.

Allerdings zeigt gerade der Autosektor die Grenzen eines sektorspezifischen Anlageansatzes. Insgesamt hat der Auto-Subindex der Deutschen Börse die jüngste Krise ohne Kursverluste überstanden. Zu verdanken hat er die stabile Entwicklung aber vor allem der VW-Aktie, die seit Mitte Juli mehr als 20 Prozent zulegte. Dagegen verloren beispielsweise BMW-Titel rund sieben Prozent, Aktien von Renault fielen gar um 17 Prozent zurück.

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