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Evonik sagt Börsengang ab

Wegen der Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten ist der erste milliardenschwere Börsengang in diesem Jahr in Deutschland abgeblasen worden. Die RAG-Stiftung legte ihre Pläne für einen Gang des Mischkonzerns Evonik aufs Börsenparkett am Dienstag bis auf weiteres zu den Akten.

HB DÜSSELDORF. Nun soll stattdessen ein Finanzinvestor gefunden werden. Eine Evonik-Sprecherin sagte am Dienstag, die Stiftung als Eigentümer von Evonik habe dem Konzern mitgeteilt, der Weg eines Börsengangs könne wegen der unbefriedigenden Entwicklung des Kapitalmarktes nicht mehr mit Aussicht auf Erfolg weiterverfolgt werden.

Der Stiftung lägen Angebote „renommierter Finanzinvestoren“ für Anteile an Evonik vor, hieß es nun. Deshalb wolle sie die Chancen für einen Verkauf einer Beteiligung an einen Investor „intensiv ausloten“. Vorbereitungen für einen Börsengang sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn es am Kapitalmarkt wieder Perspektiven dafür gäbe. „Ob sich unsere Eigentümerin nun in einem ersten Schritt für den Börsengang oder einen Investor entscheiden wird - wir sind bereit“, hatte Evonik-Chef Werner Müller Mitte März erklärt.

Evonik sollte mit den Sparten Immobilien, Energie und Chemie eigentlich im ersten Halbjahr 2008 an die Börse. Die erwarteten Milliardeneinnahmen sollten die Folgekosten des auslaufenden deutschen Steinkohlebergbaus decken. Mit dem in Tranchen geplanten Verkauf will die RAG-Stiftung bis 2018 mindestens 6,9 Mrd. Euro erlösen. So viel verschlingen nach einem Gutachten der Wirtschaftsprüfer der KPMG die Ewigkeitslasten des Bergbaus wie Grundwasserreinigung und Grubenwasserhaltung.

Durch die Bergschäden im Saarland war der Handlungsdruck auf die Stiftung gestiegen. Deren Chef Wilhelm Bonse-Geuking hatte sich aber schon im Dezember wegen der Kapitalmarktkrise nicht mehr auf einen Zeitpunkt für den Börsengang festlegen wollen. „Es liegt auf der Hand, dass wir von dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung voraussichtlich in 2008 absehen müssten, falls sich abzeichnen würde, dass wir keinen angemessenen Erlös erzielen können“, unterstrich er damals. Die durch faule Immobilienkredite in den USA ausgelöste Finanzmarktkrise hatte weltweit die Börsenkurse purzeln lassen.

Nach dem bisherigen Modell wollte die Stiftung 2008, 2010 und 2012 Evonik-Aktien an den Kapitalmarkt bringen. Sie selbst will langfristig knapp über 25 Prozent halten, um mit der Sperrminorität zu verhindern, dass Evonik von Investoren zerlegt und in Einzelteilen weiterverkauft wird.

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