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Rosneft kommt mit Börsengang kaum voran

Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft kommt mit seinem Börsengang nicht wie geplant voran. Informationen aus Investmentbankkreisen zufolge zeichnen westliche Fonds nur sehr zögerlich. Deshalb sollen jetzt ausländische strategische Investoren zum Zuge kommen.

MOSKAU. Favorit ist der chinesische Energiekonzern China National Petroleum (CNPC). Wie aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen verlautete, wollen die Chinesen Aktien für bis zu drei Milliarden Dollar kaufen. Im Gegenzug fordern sie einen besseren Zugang zur Ölförderung in Russland, wie es weiter hieß. Medienberichten zufolge ist auch der britische Ölmulti BP an einem größeren Rosneft-Paket interessiert. Die betreffenden Firmen kommentierten dies zwar nicht, doch Rosneft-Sprecher Nikolaj Manwelow sagte, dass Rosneft und CNPC „gemeinsam große Pläne“ hätten.

„Die Hauptkäufer der Rosneft-Aktien werden aus Asien kommen. Sie wollen enge Kontakte zu Rosneft als russischem Staatskonzern aufbauen“, sagte der Analyst der Moskauer MDM-Bank, Andrej Gromadin. Medien nennen neben CNPC und BP auch die indische ONGC, Petronas aus Malaysia, Petrobras aus Brasilien und Royal Dutch/Shell.

Zugleich erfuhr das Handelsblatt, dass unter den russischen Privatanlegern, die Rosneft-Aktien zeichneten, vor allem ausgewählte Oligarchen sein werden. Sie würden von der staatlich kontrollierten Sberbank, die die Emission begleitet, „gebeten“ zu zeichnen. Das verlautete aus Kreisen mit Kontakt zum Aufsichtsrat der Bank. Anders könne die Sberbank ihr Versprechen, Rosneft-Aktien für eine Mrd. Dollar bei russischen Anlegern zu platzieren, nicht einhalten, heißt es.

Die russische Regierung will bei der Erstnotierung (IPO) von Rosneft am 14. Juli mindestens 8,5 Mrd. Dollar zur Schuldentilgung einstreichen. Dazu müsste das Unternehmen seine Aktien für mindestens 6,27 Dollar ausgeben. Die Preisspanne der Papiere liegt zwischen 5,85 und 7,85 Dollar. Statt der von Rosneft gewünschten 19 Prozent wird die russische Regierung nun aber maximal 14,9 Prozent der Aktien des Ölkonzerns platzieren. Zugleich wurde aus Unternehmenskreisen, die den IPO begleiten, bekannt, dass einzelne strategische Investoren doch mehr als jeweils zwei Prozent der Aktien erwerben könnten. Diese Obergrenze hatte Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow zuvor genannt.

Der Hamburger ist nach Stationen als Auslandskorrespondent in Moskau, Brüssel und Warschau jetzt Auslandschef des Handelsblatts. Er interessiert sich besonders für Osteuropa, die arabische Welt und Iran.
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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