Südafrikanischer Förderer erzielt trotz teurer Lokalwährung hohe Gewinne.: Bergbaukonzern Kumba profitiert vom Eisenerz-Boom

Südafrikanischer Förderer erzielt trotz teurer Lokalwährung hohe Gewinne.
Bergbaukonzern Kumba profitiert vom Eisenerz-Boom

Südafrikanischer Förderer von Eisenerz und Kohle erzielt trotz teurer Lokalwährung hohe Gewinne. Dank des chinesischen Rohstoffhungers ist die Nachfrage förmlich explodiert – und im Gefolge auch der Preis von Eisenerz und Kohle, die beide für die Stahlherstellung benötigt werden.

KAPSTADT. Am Rande der südafrikanischen Halbwüste Kalahari, umgeben von kilometerweiten roten Sanddünen, klafft ein riesiges Loch, aufgerissen von überdimensionalen Schaufelbaggern. In der zahn mal 1,5 Kilometer großen und 140 Meter tiefen Grube schürft der südafrikanische Minenkonzern Kumba sein wertvollstes Gestein: Eisenerz. Jeden Tag werden hier rund 70 000 Tonnen Fels gegraben; die Lebensdauer der weltweit drittgrößten Eisenerzmine liegt bei rund 20 Jahren.

Das Bergwerk Sishen ist das Kernstück eines Konzerns, der erst vor drei Jahren entstand, als sich der südafrikanische Stahlriese Iscor (heute: Ispat Iscor) von seinen Bergbauaktivitäten trennte. Neben Eisenerz fördert Kumba auch Kohle, Basismetalle sowie Mineralsande. Gegenwärtig verfügt der Eisenerzhersteller über eine Förderkapazität von etwa 30 Mill. Tonnen pro Jahr.

Das Timing der Abspaltung von Iscor hätte besser kaum gewählt sein können: Seit über einem Jahr schreiben die Produzenten von Eisenerz und Kohle gewaltige Gewinne. Dank des chinesischen Rohstoffhungers ist die Nachfrage förmlich explodiert – und im Gefolge auch der Preis von Eisenerz und Kohle, die beide für die Stahlherstellung benötigt werden.

Dennoch waren viele Beobachter verblüfft, dass Kumba für das zweite Halbjahr 2004 einen Gewinnsprung um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahrszeitraum meldete. „Angesichts des starken Rand, der im Vorjahr noch einmal zulegte, überzeugt das Ergebnis“, sagt Analyst Fidelis Madavo von Citigroup Smith Barney. Die südafrikanische Währung hat sich in den vergangenen drei Jahren zum US-Dollar um fast 90 Prozent verteuert. Darunter leiden fast alle südafrikanischen Rohstoffförderer, da sie ihre Erlöse in Dollar erhalten, während ihre Lohn- und Förderkosten in Rand anfallen.

Nach Ansicht von Liston Meintjies, Vermögensverwalter bei Tri-Linear Asset Management, spricht aber vieles dafür, dass Kumba die derzeit hohen Kosten auf die Abnehmer abwälzen kann. So habe das britisch-australische Minenhaus Rio Tinto gerade erst beträchtlich höhere Preise für seine Eisenerzlieferungen nach Japan ausgehandelt. Kumbas Management rechnet für 2005 mit einem Anstieg der Eisenerzpreise um mindestens 20 Prozent. Daneben könnte das Unternehmen von einer Abschwächung des Rands profitieren, wie ihn eine Reihe von Experten prophezeien.

Weltweit stehen die Südafrikaner stehen in puncto Eisenerzförderung inzwischen hinter Brasiliens CVRD sowie Rio Tinto und BHP Billiton an vierter Stelle. Die anhaltend hohe Nachfrage spiegelt sich auch im Aktienkurs wieder, der sich von seinem Ausgabepreis von 29 Rand zwischenzeitlich mehr als verdoppelte und nach einem stärkeren Rückfall Ende Januar erst auf ein 20-Monats-Hoch von 56 Rand geschnellt ist.

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