Südamerikanische Einzelhandelskette ist für Analysten trotz der verschärften Konkurrenz ein Kauf
Pão de Açucar wehrt sich gegen Wal-Mart

Die verbesserten Wachstumsaussichten in Brasilien haben die Kurse der Einzelhandelsketten beflügelt. Nur an der Aktie des Marktführers hat der Aufschwung bisher keine Spuren hinterlassen: Seit Jahresanfang haben die Titel der Comp. Brasileira de Distribuição, oder kurz Pão de Açucar („Zuckerhut“) genannt, rund 14 Prozent verloren.

SÃO PAULO. Dabei haben sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Reallöhne und Kreditvolumen die Umsätze der Supermarktkette zur Jahresmitte erstmals wieder wachsen lassen: Im August stiegen die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Prozent. Das ist das beste Monatsergebnis seit drei Jahren für das Unternehmen wie die gesamte Branche. Der Konzern hat auch in 2003 Gewinn gemacht, immerhin dem schlechtesten Jahr für die Branche seit Anfang der neunziger Jahre. Auch gemessen an der Betriebsrendite steht der Marktführer mit 3,7 Prozent besser da als der Durchschnitt der Handelsketten in Brasilien (1,2 Prozent).

Der Grund für die schlechte Kursentwicklung ist dennoch die Konkurrenz: Der nordamerikanische Handelsriese Wal-Mart hat in Brasilien begonnen, massiv zu investieren, nachdem der Konzern fast zehn Jahre mehr oder weniger erfolglos versuchte organisch zu wachsen und mit einzelnen, wenigen Supermärkten keine Konkurrenz darstellte. Doch nun hat Wal-Mart die zum Verkauf stehende Royal Ahold-Kette Bompreço für 300 Mill. Dollar erworben – und ist damit in Brasilien hinter dem französischen Konkurrenten Carrefour auf Platz Nummer 3 aufgestiegen.

Die selbstbewussten US-Manager verkünden nun fast täglich, dass sie weitere Übernahmen in Brasilien planen. Sie möchten in der zweitgrößten lateinamerikanischen Ökonomie den sagenhaften Erfolg von Wal-Mart in Mexiko wiederholen, wo der Konzern fast die Hälfte der gesamten Supermarkt-Umsätze auf sich konzentriert und hohe Gewinne einfährt. Zwar glauben die wenigsten in Brasilien, dass Wal-Mart so schnell weitere Konkurrenten aufkaufen wird, weil keine größeren Ketten zum Verkauf stehen – doch den Marktführer werden Wal-Mart wie Carrefour von nun an mächtig bedrängen. „CBD muss Preisdiscounts geben, um keine Marktanteile zu verlieren“, sagt der unabhängige Einzelhandelsexperte Claudio Luis Freitas, „der Konzern wird deshalb nicht so vom Aufschwung profitieren wie erwartet.“

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