Süßwarenindustrie
Schokoladen-Aktien, die süße Versuchung

Was hilft gegen Hiobsbotschaften? Für viele Menschen heißt die Antwort offenbar: Schokolade. Der Süßwarenindustrie geht es vergleichsweise gut, die Hersteller profitieren in Krisenzeiten von der Lust auf Zucker und Kakao.

FRANKFURT. "Das Leben wird immer bitterer, brauche dringend Schokolade!" Bridget Jones, die Heldin aus Helen Fieldings Roman, hatte sie schon zum Frühstück - und immer mehr Menschen kommen auf den Geschmack. Jetzt, in der dunklen Jahreszeit, die dieses Mal noch mit Hiobsbotschaften aus der Finanz- und Wirtschaftswelt gefüllt ist, trösten sich viele mit einer zart schmelzenden Tafel.

"Inmitten der Finanzkrise geht es der Süßwarenbranche vergleichsweise gut", sagt Hans-Peter Kuhlmann, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Verbraucher geben derzeit eher mehr Geld für kleine Luxusgüter aus. Ein antizyklisches Geschäft also, wie es schon in früheren Krisen beobachtet wurde. Allerdings sollten Anleger, die möglicherweise darüber nachdenken, sich Aktien von Schokoladenherstellern ins Depot zu legen, genau hinschauen. "Ganz frei von der Finanzkrise sind die alle nicht", sagt Kuhlmann.

Beispiel Barry Callebaut: Der Schweizer Konzern ist weltweit der führende Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten und beliefert drei der fünf weltweit größten Süßwarenhersteller. Das Unternehmen mit Sitz in Zürich beendete im August das Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus von 17 Prozent. Ende des Jahres allerdings bekam die Bilanz leichte Kratzer. Nach Auftragseinbrüchen im November kam das Geschäft im Dezember und Januar aber wieder in Gang. Claudia Lenz vom Bankhaus Vontobel rät deshalb schon wieder zum Kauf.

Etwas schlechter sieht es beim Konkurrenten Lindt & Sprüngli aus. Um lediglich sechs Prozent wuchs das Unternehmen im vergangenen Jahr. Der Aktienkurs brach daraufhin um 43 Prozent ein. In den Jahren davor lagen die Wachstumsraten jeweils im zweistelligen Bereich. Probleme bereiteten zuletzt vor allem die wichtigen Märkte Deutschland, Italien und die USA. Doch Besserung ist in Sicht. "Jetzt ist der Aktienkurs auf historisch tiefem Wert angelangt. Ich kann kaum noch Abwärtsrisiken erkennen", sagt Claudia Lenz. Sie rät, die Aktie zu halten.

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