S&P 500
Wie Amazon die Apple-Aktie in den Schatten stellt

Am Abend stellt Apple-Vorstandschef Tim Cook in San Francisco neue iPhone-Modelle vor – der zuletzt unter Druck geratenen Aktie könnte es helfen. Doch derzeit glänzt unter Technologie-Aktien Amazon. Die Gründe.

New YorkIm letzten Jahr war ein nicht getätigtes Investment in Apple-Aktien der größte Fehler, den ein auf US-Aktien spezialisierter Investor begehen konnte. In diesem Jahr hat die Aktie des Internethändlers Amazon diese Rolle übernommen.

Seit Jahresbeginn kommt sie auf ein Plus von 67 Prozent und hat den Verlust im Standard & Poor's 500 am stärksten von allen Titeln im Index gedämpft. Dabei profitierte sie nicht nur von den Problemen beim Vorjahressieger Apple, sondern auch davon, dass sie als sicherer Hafen angesehen wird, wenn Anleger mit Schwellenmärkten nichts zu tun haben wollen. Amazon erzielt 57 Prozent seines Umsatzes in Nordamerika und hängt damit weniger als andere Unternehmen vom weltweiten Wachstum ab.

„Nervöse Investoren wollen Geld bei Apple abziehen, und weil ihnen nichts Neues einfällt, drängen sie zu Amazon“, konstatiert Hugh Grieves, Fondsmanager bei Miton Group in London. „Fondsmanager, die den S&P 500 als Benchmark haben, denken, dass sie diese Aktien halten müssen, um nicht auf längere Sicht ein schlechteres Abschneiden als die Benchmark zu riskieren.“

Der S&P 500 hat seinen Stand in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdoppelt. Apple war dabei in fünf Jahren der wichtigste Treiber des Index. Inzwischen aber hat die Aktie den größten Teil ihrer Gewinne in diesem Jahr wieder abgegeben und verzeichnet nur noch ein Plus von etwa 1,8 Prozent. Dazu kommen massive Verluste bei den Energietiteln Exxon Mobil und Chevron, die 18 Prozent zum Minus im S&P 500 beigetragen haben. Insgesamt kommt der Index unter 24 Börsenbarometern in Industrieländern auf einen der hintersten Ränge.

Unter den Investmentfonds, die ihre Wertentwicklung gegen den S&P 500 messen und mindestens 500 Mio. Dollar verwalten, kommen diejenigen, die Amazon übergewichten – also in ihrem Portfolio einen höheren Anteil von Amazon-Aktien haben, als ihrem Gewicht im Index von 1,1 Prozent entspricht – im Schnitt auf ein Minus von 2,2 Prozent für dieses Jahr. Dagegen haben Fonds, bei denen Amazon-Titel einen geringeren Anteil am Portfolio haben als im Index, einen durchschnittlichen Verlust von 4,5 Prozent verzeichnet, wie aus Pflichtmitteilungen hervorgeht.

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Auch bei Gewinnprognosen liegt Amazon vor

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