S&P-Index vor wichtigem Widerstand
Charttechniker: Dax wird konsolidieren

Charttechniker erwarten nach der Kursexplosion am vergangenen Freitag in den kommenden Tagen nun eine weitere Konsolidierung.

HB FRANKFURT. „Unser Kursziel von 3 400 Punkten hat der Dax am Freitag erreicht. Auf diesem Niveau sollte er erst einmal konsolidieren“, sagt Analyst Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg. Nachdem sich der Dax in der vergangenen Woche erfolgreich an der Unterstützungszone zwischen 3 250 und 3 200 Punkten regelrecht „abgearbeitet“ habe, habe neuer Enthusiasmus über den US-Arbeitsmarkt den Index am Freitag bis auf 3 440 Zähler geführt. Wichtigste Einflussfaktoren seien der S&P-500 und das Euro-Dollar-Paar.

Ein neues Kaufsignal für den deutschen Markt sieht Klumpp, sollte der S&P-500 seinen Widerstand bei 1 040 Stellen - das Hoch vom 18. September - überwinden. Dann seien im Dax Kurse nahe der Widerstandszone von 3 475 bis 3 500 Punkte möglich. „Der S&P-500 wird diesen Big Point wahrscheinlich noch einmal frontal angehen“, meint Marcel Mußler von den Mußler-Briefen. Ein Ausbruch über diesen Widerstand werde sich aber voraussichtlich als „False-Breakout“ entpuppen.

Klumpp fügt hinzu, dass sich aus fundamentaler Sicht hier unausweichlich die Frage nach der Qualität der anstehenden US-Quartalsberichte stelle. „Gute Zahlen von Alcoa könnten bereits der Startschuss für weitere Kursgewinne sein“, meint der Analyst. Der Aluminiumkonzern legt im Laufe des Berichtstages Zahlen zum dritten Quartal vor. Jüngste positive Stellungnahmen von der Deutschen Bank und Morgan Stanley zu den Zahlen und Ausblicken der Unternehmen sowie zu ausgebliebenen Gewinnwarnungen stützen die Fraktion der Optimisten.

Mit Blick auf die Intermarket-Faktoren zeichnet sich für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung bei den Aktien aber zunehmend Störfeuer von der Devisenseite ab: Der Euro setzt nach dem Rückschlag vom Freitag die Aufwärtsbewegung fort. „Rückblickend scheint sich im Markt die Erkenntnis durchzusetzen, dass lediglich eine gute Zahl zum US-Arbeitsmarkt Euphorie in diesem Maße nicht rechtfertigt“, heißt es von Antje Praefcke von der Helaba.

Nachdem die Gemeinschaftswährung „gutes Verkaufsinteresse“ bei 1,1730 bis 1,1750 Dollar überwunden habe, könne der Aufschwung in Richtung 1,1850 Dollar weitergehen. Für den stark exportorientierten Dax dürfte dieses Szenario als Bremse wirken, wie sich an den Kursen der Automobilhersteller am Berichtstag unschwer ablesen lässt: VW, Daimler-Chrysler und BMW geben zwischen zwei und drei Prozent nach.

Zyklisch schwankende Kurse, die per Saldo seitwärts tendieren, erwartet vor diesem Hintergrund Stephen Schneider von der WGZ-Bank. Trotz deutlicher Aufschläge in der vergangenen Woche habe sich das technische Bild kaum verändert. So habe der Stochastik-Oszillator mit der Aufwärtsbewegung vom Freitag zwar ein Kaufsignal geliefert; der Indikator zeige allerdings in der Regel erst eine positive Divergenz, bevor die Kurse deutlich anziehen. Zudem fehle aus Elliott-technischen Aspekten noch eine weitere Abwärtsbewegung, bevor das idealtypische Muster komplettiert sei. Nach einigen Wochen der Konsolidierung sieht Schneider den Dax bis zum Frühjahr aber wieder in freundlicher Verfassung und mittelfristig bei 4 000 Punkten.

Optimistischer zeigt sich Marcel Mußler. Zwar lägen im Wochenchart etliche Widerstände auf dem Weg des Dax zur Nackenlinie einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 3 700 Punkten. Vor allem die positiven Tendenzen mehrerer Einzelwerte sprächen aber für ein gutes Gesamtbild. Der Analyst nennt hier SAP, deren Aufwärtstrend anhalte, sowie Siemens, die das Rebreak über 53,60 Euro geschafft hätten. Auch Lufthansa, bei der noch die mittelfristige Top-Bildung ausstehe, sähen vielversprechend aus. Metro zähle mit einem prozyklischen Trading-Kaufsignal ohnehin zu den „Dauerstars“. Mußlers Fazit: „Es gibt nur einen vernünftigen Weg in den Dax: So schnell wie möglich rein.“

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