Supermarktkette Pyaterochka startet mit Verlusten
Russische Firmen streben an die Börse

Die größte russische Supermarktkette Pyaterochka hat 46 Millionen globale Aktienzertifikate am unteren Ende der Preisspanne platziert. Der zweitgrößte russische Börsengang spülte 598 Mill. Dollar (462 Mill. Euro) in die Kasse des Landes.

Bloomberg LONDON. Pyaterochka startete am Freitag mit Verlusten in den Handel der Londoner Börse. Der Aktienkurs fiel um knapp zwei Prozent auf 12,75 Pfund. Die Gründer der Supermarktkette, Andrei Rogatschew und Alexander Girda, gaben rund 30 Prozent des Stammkapitals an die Börse. Der Börseneinführungspreis wurde bei 13 Dollar festgesetzt. Die Preisbildungsspanne lag bei 13 bis 16 Dollar. Die Preisspanne sei „ziemlich hoch“ gewesen, sagte Jean-Louis Tauvy, Vermögensverwalter bei Atria Advisors in Moskau. „Es handelt sich hier um ein neues russisches Unternehmen, um eine Wachstumsgeschichte, das ist immer teuer.“ Zwischen 2000 und 2004 konnte Pyaterochka den Umsatz jedes Jahr verdoppelt, berichtete die in Moskau ansässige United Financial Group, die den Börsengang mitbegleitet hat. Bis 2009 dürfte sich das Umsatzplus auf 35 Prozent verlangsamen, so der Broker.

In der russischen IPO-Pipeline stecken so viele Aktien wie seit dem Ende der kommunistischen Ära 1991 nicht mehr. Am 22. April wagte der Automobilhersteller Severstal-Avto den Sprung aufs Börsenparkett, musste den Börseneinführungspreis aber niedriger ansetzen als geplant. Diese Erfahrung machte drei Tage später auch das Immobilienunternehmen Eastern Property Holdings Ltd.

„Russische IPOs verhalten sich ähnlich wie die Internetaktie auf der Höhe des Hype, damals wurde ebenfalls jede Neuemission höher angesetzt als die vorherige“, sagte Alexei Jazikow, Analyst bei Aton Capital Group in Moskau.

Evraz Group, der größte russische Stahlhersteller, setzt den russischen IPO-Boom fort. Das Unternehmen wird Ende Mai oder Anfang Juni Aktien an der Börse in London platzieren. Evraz peilt einen Erlös zwischen 500 und 700 Mill. Dollar an, heißt es in einem Prospekt für Investoren. Das Unternehmen wird vom russischen Milliardär Alexander Abramow kontrolliert, der auf der Liste des Forbes-Magazin der reichsten russischen Männer auf Platz 14 steht. Zu der Holding mit Sitz in Luxemburg gehören Stahlwerke und seit März dieses Jahres auch der Eisenerzproduzent Evraz Ruda.

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