Swiss Life

Lebensversicherer will mehr Dividende ausschütten

Swiss Life will bis 2018 mehr als 1,4 Milliarden Euro freie Mittel erwirtschaften. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. An der Börse kommt das Dividendenversprechen gut an.
Anfangs wird die Ausschüttung dem Firmenchef zufolge voraussichtlich am unteren Ende der anvisierten Spanne liegen. Quelle: dpa
Patrick Frost

Anfangs wird die Ausschüttung dem Firmenchef zufolge voraussichtlich am unteren Ende der anvisierten Spanne liegen.

(Foto: dpa)

ZürichDie Aktionäre des Lebensversicherers Swiss Life dürfen sich auf höhere Dividenden einstellen. Bis 2018 will der Konzern mehr als 1,5 Milliarden Franken (1,4 Milliarden Euro) freie Mittel erwirtschaften, sagte Konzernchef Patrick Frost am Mittwoch bei einer Investorenveranstaltung. „Das wird uns erlauben, für die kommenden drei Jahre eine Dividenden-Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent anzustreben.“ Bislang wurden 20 bis 40 Prozent angepeilt, zuletzt waren es dieses Jahr 25 Prozent. Der Schweizer Branchenführer hat in den vergangenen Jahren seine Kapitalpolster aufgestockt und die teure Wertberichtigung des 2008 übernommenen deutschen Finanzmaklers AWD ausgebügelt.

Anfangs wird die Ausschüttung dem Firmenchef zufolge voraussichtlich am unteren Ende der anvisierten Spanne liegen. Weil unsicher sei, ob schärfere Kapitalvorschriften kämen und hinter der Konjunkturentwicklung Fragezeichen stünden, wolle Swiss Life noch mehr Mittel als Polster zur Seite legen. Die nächste Dividende wird aber jedenfalls deutlich höher ausfallen: Für das laufende Geschäftsjahr sollen die Eigentümer mindestens acht Franken Dividende je Aktie erhalten nach zuletzt 6,50 Franken.

Das sind die Dividendenkönige im Dax

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
L&S

-0,04 -0,30%
+14,41€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Deutsche Telekom
1 von 10

Jahrelang zählte die T-Aktie zu den dividendenstärksten Werten. Diese Zeiten sind vorbei. Denn der Aktienkurs steigt nach langer Flaute wieder, allein in den vergangenen zwölf Monaten um 35 Prozent. Das lässt die Dividendenrendite fallen. Mit 3,1 Prozent liegt sie aber immer noch über dem Durchschnitt. Alle 30 Dax-Konzerne zusammen erbringen im Schnitt nur 2,7 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
L&S

-0,11 -0,12%
+92,63€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
Platz 9: BMW
2 von 10

Weltweit starke Geschäfte bescheren dem Premiumhersteller einen Rekordgewinn nach dem nächsten. BMW „plagt“ ein Luxusproblem: Die Dividende steigt Jahr für Jahr rasant, der Aktienkurs ebenso. Deshalb stagniert die sich am Kurs orientierende Dividendenrendite. Sie liegt „nur“ bei 3,3 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,15 +0,12%
+122,95€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 8: Siemens
3 von 10

Ein Klassiker unter Dividendenjägern ist der Münchener Elektronikriese. In jedem Jahr taucht Siemens unter den Top-10 der höchsten Renditen im Dax auf. Auch Siemens kauft eigene Aktien zurück und muss deshalb weniger Geld für seine Dividenden ausgeben. 2016 dürfte die Ausschüttungsrendite 3,6 Prozent betragen.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
L&S

+2,57 +2,75%
+95,97€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 7: BASF
4 von 10

Der weltweit größte Chemiehersteller überzeugt Jahr für Jahr mit hohen Dividenden und Renditen. Fast immer steigen die Ausschüttungen. Seltene Ausnahme war zuletzt die Wirtschaftskrise 2009, von der auch BASF nicht verschont blieb. Die Devise heißt: In guten Jahren gibt es mehr, in mäßigen oder schlechteren Jahren nur genauso viel. 2015 war bislang ein mäßiges Jahr, deshalb dürfte die Dividende 2016 bei 3,6 Prozent „nur“ stabil bleiben.

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-0,22 -0,30%
+74,25€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 6: Daimler
5 von 10

Anders als der skandalgeplagte VW-Konzern dürfte der Stuttgarter Autobauer seine Dividende im nächsten Frühjahr kräftig erhöhen. Denn ungeachtet des sich abflauenden Wirtschaftswachstums in China legt Daimler in dem größten Schwellenland in atemberaubenden Tempo zu. Auch in den USA laufen die Geschäfte hervorragend. Das treibt die Gewinne, den Aktienkurs – und die Dividende. Laut Berechnungen des Handelsblatt könnte sie im kommenden Jahr auf 3,9 Prozent steigen.

MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008430026
Börse
L&S

+0,15 +0,08%
+191,07€
Chart von MUENCHENER RUECKVERS.-GES. AG VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 5: Münchener Rück
6 von 10

Seit 1969 hat der Rückversicherer seine Dividende nicht mehr gesenkt. Erklärtes Ziel ist eine absolut verlässliche Dividendenpolitik. Die Münchener Rück kauft fleißig eigene Aktien zurück. Das versetzt den größten Rückversicherer der Welt die Lage, die Dividendenrendite im nächsten Frühjahr zu auf 4,3 Prozent zu erhöhen, ohne dass die Dividendenausschüttung steigt.

ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0008404005
Börse
L&S

+0,17 +0,08%
+202,47€
Chart von ALLIANZ SE VINK.NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 4: Allianz
7 von 10

Der Versicherer ist ein Garant für üppige Dividenden und Renditen. Gemessen an Dividendenverlässlichkeit, Dividenden-Steigerungen und Dividenden-Rendite zählt die Allianz nicht nur jetzt, sondern seit Jahren zu den attraktivsten Werten im Dax. 2016 wird die Dividendenrendite voraussichtlich 4,6 Prozent betragen.

Weiter ausbauen will Swiss Life das Geschäfte außerhalb der traditionellen Lebensversicherung. Dank der Vermögensverwaltung und des Dienstleistungsgeschäfts sollen die Kommissions- und Gebührenerlöse kräftig wachsen. Der Versicherer will zudem die Kosten um weitere 100 Millionen Franken senken. Die um Sonderfaktoren bereinigte Eigenkapitalverzinsung soll wie bis anhin acht bis zehn Prozent betragen.

An der Börse kam das Dividendenversprechen gut an: Mit einem Kursplus von mehr als zwei Prozent gehörten die Swiss-Life-Aktien zu den größten Gewinnern unter Europas Versicherungswerten. „Die Ziele von Swiss Life scheinen ambitioniert, aber erreichbar“, erklärte Analyst Stefan Schürmann von der Bank Vontobel.

Zusätzlich Schub könnte der Kurs in der nächsten Zeit von der mögliche Rückkehr in den Schweizer Leitindex erhalten. Swiss Life gilt nach dem angekündigten Rückzug des Bohrinsel-Betreibers Transocean von der Schweizer Börse als aussichtsreichster Kandidat für den Swiss Market Index.

  • rtr
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