T-Aktie auf Höhenflug
Börse feiert Telekom-Coup in den USA

Die Deutsche Telekom verkauft ihr Mobilfunkgeschäft in den USA. Die Anleger reagieren begeistert, Analysten bejubeln vor allem den hohen Verkaufspreis. Doch langfristig bleiben die Perspektiven mau.
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DüsseldorfDass die Aktionäre der Telekom das noch erleben dürfen: Der Kurs der T-Aktie schoss am Montag zeitweise um 16 Prozent auf 11,15 Euro nach oben. Bis zum Nachmittag stieg das Handelsvolumen an der Frankfurter Börse auf fast eine Milliarde Euro. Als nächster Dax-Wert dahinter kam Siemens auf ein Volumen von 190 Millionen Euro.

So viel wie heute hat die T-Aktie innerhalb eines einzigen Tages seit dem Börsengang 1996 nicht mehr gewonnen. Am 18. November 1996 war der Kurs um 16,5 Prozent gestiegen.

Grund für die Begeisterung: Die Telekom scheint eine Lösung für das erfolglose US-Geschäft gefunden zu haben. Die US-Mobilfunktochter T-Mobile USA soll komplett an den Konkurrenten AT&T verkauft werden. Nach Angaben des Bonner Konzerns springen dabei 39 Milliarden Dollar heraus – davon werden 25 Milliarden Dollar in bar fällig, den Rest zahlt AT&T in eigenen Aktien. Damit erhält die Telekom bis zu acht Prozent an AT&T und steigt zum größten Aktionär des US-Konzerns auf. Die Aktie von AT&T legte am Montag in New York zwei Prozent auf 28,50 Dollar zu.

„Die Erwartungen an einen Verkaufspreis waren erheblich geringer“, sagte Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges. Im Schnitt sei die US-Tochter mit 25 Milliarden Dollar bewertet worden. „Wir verkaufen 25 Prozent des Unternehmens und bekommen 70 Prozent des Unternehmenswertes der Telekom“, erklärte Höttges.

Nicht nur die Anleger, auch die Analysten zeigten sich euphorisch. Sie stuften ihre Einschätzung für die Aktie reihenweise hoch. Im Laufe des Tages trudelten elf frische Analystenurteile ein, neun davon waren Kaufempfehlungen. Die Experten lobten besonders den Kaufpreis. Der für die US-Mobilfunktochter taxierte Wert liege circa 50 Prozent über der Markterwartung, hieß es in einer Studie der UBS.

Sollten die Aufsichtsbehörden der Transaktion zustimmen, würde die Telekom einen äußerst attraktiven Verkaufspreis erzielen, schrieb auch Emmet Kelly von Merrill Lynch. Der von ihm je Telekom-Aktie veranschlagte Wert könnte um 2,20 Euro steigen.

Dominik Klarmann von HSBC Trinkaus, der bislang sehr skeptisch war, empfiehlt die Aktie nun zum Kauf. „Endlich eine gute Lösung für das US-Sorgenkind der Deutschen Telekom“, schrieb der Analyst in einem Kommentar. Mit dem Verkauf könne sich die Telekom nun wieder auf ihr Europa-Geschäft konzentrieren. Das Kursziel für die Aktie setzte Klarmann auf 14 Euro hoch.

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  • Was gibt es da eigentlich zu feiern? Die US-Mobilfunktochter T-Mobile USA wurde doch unter dem Einstandspreis verkauft. Sind deutsche Anleger so einfach zu täuschen nur weil ein Bankhaus die Aktie bald bei 14 Euro sieht? Ich sage abwarten und Tee trinken. Es ist nicht aller Tage Abend!

  • Das Beste was T-Mobile machen konnte. Der Amerikanische Markt ist nicht so wie der Europäische. In einem Land wo jeder Dritte einen falschen Ausweis und falsche Social Security Nummer besitzt lässt sich kein sicheres Geschäft machen. Der Schuldner hat mehr Recht in Amerika als die Firmen und häufig können Schulden nur mit dem Sheriff eingetrieben werden. Ausserdem klingt in den meisten Landesteilen Magenta als Farbe von Homosexuellen und Frauen. Keine gute Voraussetzungen für gute Geschäfte. Aus der Vorstand die Reissleine gezogen hat mehr als verständlich und die richtige Entscheidung. Wer in Amerika Erfolg haben will entweder mit viel Geld was eigenes aufbauen oder es sein lassen. Die Telekom reiht sich in eine Reihe von Firmen ein. Wer in Amerika was kauft, sollte immer im Hinterkopf behalten, dass ein Amerika nie eine CASH COW verkauft sondern nur einen faulen Apfel. Diese Erfahrung mussten schon Wiener Wald, Mercedes, VW und unzählige Kleinere machen. Amerika möchte vielleicht die zweite Grösste Volkwirtschaft sein, aber sie ist auch die mit den meisten Schulden.

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