Aktien
T-Online fester, T-Aktie verliert - 'Keine Überraschung'

Die Aktien der Deutschen Telekom und ihrer Internet-Tochter T-Online haben am Montag mit deutlichen Kursbewegungen auf die jüngsten Nachrichten aus den Unternehmen reagiert.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktien der Deutschen Telekom und ihrer Internet-Tochter T-Online haben am Montag mit deutlichen Kursbewegungen auf die jüngsten Nachrichten aus den Unternehmen reagiert. Hauptthema war am Markt die Verschmelzung von T-Online mit der Konzernmutter und der Verkauf eines weiteren Pakets an Telekomaktien durch den Bund. Die T-Aktie gab bis 12.15 Uhr um 0,72 Prozent auf 15,11 Euro nach, während der Dax um 0,04 Prozent auf 4 017,08 Punkte zulegte. T-Online gewannen 1,33 Prozent auf 9,11 Euro. Zugleich gab der TecDax um 0,07 Prozent auf 516,93 Zähler nach.

Analysten schätzen den angekündigten Verkauf von T-Aktien im Wert von bis zu drei Mrd. Euro sowie eine Mehrzuteilungsoption und die Begebung von Optionsscheinen nur kurzfristig als kursbelastend an. Überrascht waren sie nicht. Per-Ola Hellgren von der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) hält den Verkauf sogar langfristig für positiv. "Damit ist ein Unsicherheitsfaktor vom Markt genommen", sagte er. Es sehe zudem so aus, als ob die Aktien bereits platziert wären. "Andernfalls würde man das nicht so plötzlich ankündigen", sagte er.

Die Ankündigung der Verschmelzung von T-Online mit der Telekom wurde von Analysten und Händlern unter verschiedenen Gesichtspunkten bewertet. Für die Telekom sei dies ein geschickter Schachzug, sagte Marktstratege Heino Ruland vom Wertpapierhandelshaus Steubing. "Ich gehe fest davon aus, dass die Telekom das durchziehen wird und der Kurs für T-Online bei 8,99 Euro bleibt. Eine Erhöhung des Angebots ist de jure nicht nötig", sagte er. Erfreulich für die Anleger der ersten Stunde, die im Jahr 2000 noch 27 Euro je Aktie gezahlt hätten, sei dies allerdings nicht.

"Beim Angebot der Telekom an die T-Online-Aktionäre geht es nicht um historische Preise, sondern um die Einschätzung der Geschäftsaussichten", sagte Analyst Thomas Friedrich von der HVB. Dabei verwies er auf die starke Verschärfung des Wettbewerbs mit Blick auf United Internet und freenet.de. "Mein Kursziel für T-Online war 7,50 Euro."

"Die Pläne der Telekom sind rechtlich abgesichert und damit in Ordnung", sagte Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co. Der Schritt zur Verschmelzung sei zwar keine Überraschung, "allerdings ist das ein verheerendes Signal an die Kleinanleger für weitere Emissionen des Bundes wie etwa den Börsengang der Deutschen Bahn", sagte er. Ein Angebot der Telekom von 27 Euro habe sicher kein Kleinanleger erwartet, aber wohl eines, das vergleichbar sei mit dem der France Telecom an die Wanadoo-Aktionäre. "Hätte sich die Telekom daran orientiert, dann wäre ein Angebot von 12 Euro je Aktie herausgekommen", sagte er.

Kitz empfiehlt den Aktionären bis kurz vor Ende der Ablauffrist des Angebots mit dem Verkauf der T-Online-Papiere zu warten und dann kurzfristig zu entscheiden. "Bis Ende Januar haben die Aktionäre Zeit", sagte er. Eine andere Möglichkeit wäre, eine Klage mit Gegengutachten anzustrengen. "Dafür könnte die Rückführung der französischen Internet-Tochter Wanadoo in die France Telecom als Grundlage dienen."

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