Telekom-Tochter
Klage gegen T-Mobile US belastet Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom leidet unter der Klage gegen die T-Mobile US– Die Kurse befinden sich derzeit im Abstieg. Eine Besserung ist nicht in Aussicht: Denn die Klage könnte die Telekom-Tochter deutlichen Schaden zufügen.
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FrankfurtDie Klage der US-Wettbewerbsbehörde FTC gegen die Telekom-Tochter T-Mobile US hat unter Aktienanlegern für Verdruss gesorgt. Die im Dax gelisteten Titel der Deutschen Telekom gaben zeitweise 1,6 Prozent nach. T-Mobile hatten in den USA 0,6 Prozent verloren. Die Telekom-Tochter soll Zusatzdienste von Drittanbietern wie Textbotschaften mit Horoskopen, Flirt-Tipps oder Prominenten-Klatsch in Rechnung gestellt haben, die Kunden gar nicht abonniert haben. Häufig kosteten solche Dienste 9,99 Dollar pro Monat. T-Mobile US habe 35 bis 40 Prozent der Summe erhalten. Das Unternehmen sei nicht gegen die Praxis vorgegangen, selbst nachdem viele Kunden sich beschwert hätten. „Die Geschäftspraktiken von T-Mobile (USA) haben den Verbrauchern Schaden in Millionenhöhe zugefügt“, hieß es.

Die Klage könnte T-Mobile US deutlichen Schaden zufügen, urteilte Equinet-Analyst Adrian Pehl in einem Kommentar. „Geldbußen in den USA können teuer ausfallen.“ Zudem könnten die Anschuldigungen laut Pehl den sich anbahnenden Deal mit Sprint gefährden. Das amerikanische Mobilfunkunternehmen will die Telekom-Tochter übernehmen, um den Platzhirschen AT&T und Verizon Paroli zu bieten. Der mögliche Partner Sprint könnte nun erst einmal abwarten wollen, wie der Rechtsstreit mit der US-Behörde ausgehe, schrieb der Experte.

T-Mobile-US-Chef John Legere bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet. Sein Unternehmen berechne den Kunden sogenannte Premium SMS seit vorigem Jahr nicht mehr und biete zudem die Möglichkeit an, zu viel gezahlte Gebühren zurückzufordern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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