Telekomunikasyon AS: Türkei plant Rekord-Emission

Telekomunikasyon AS
Türkei plant Rekord-Emission

Ungeachtet der globalen Kreditkrise und der Unruhe an den Aktienmärkten, hält die Türkei an ihren Plänen für einen Börsengang der Fernmeldegesellschaft Telekomunikasyon AS fest - und rechnet mit einem Rekorderlös. Die Telekomaktien sollen zwei Milliarden Dollar bringen.

ISTANBUL. Er sehe trotz der aktuellen Finanzmarktturbulenzen keinen Grund, den für Mai geplanten Börsengang zu verschieben, sagte Metin Kilic, Chef der Privatisierungsbehörde ÖIB der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir brauchen keinen Plan B", bekräftigte er.

Die türkische Regierung hatte bereits vor zwei Jahren 55 Prozent der Türk-Telekom-Anteile für 6,6 Mrd. Dollar an den saudi-arabischen Konzern Saudi Oger Ltd. verkauft. Die restlichen 45 Prozent gehören zum Portfolio der ÖIB, einer Art türkischer Treuhand. Im Mai will die Behörde 15 Prozent der Aktien an die Börse bringen. Gemessen an der Bewertung aus dem Jahr 2005 könnte das Paket 1,8 Mrd. Dollar einbringen.

Der Wert von Türk Telekom sei heute aber deutlich höher, vor allem wegen des starken Wachstums in den Sparten Mobilfunk und Internet, sagte Kilic. "Was das Unternehmen wert ist, werden wir beim IPO sehen", sagte der ÖIB-Chef. Inoffiziell heißt es in Regierungskreisen, man rechne mit einem Erlös von über zwei Mrd. Dollar. Damit wäre es der bisher größte Börsengang in der Türkei. Die Regierung rechnet für 2008 insgesamt mit Privatisierungserlösen von knapp 12 Mrd. Lira (6,9 Mrd. Euro). Sie sollen zum Schuldenabbau verwendet werden. Viel wird allerdings davon abhängen, wie sich das Klima an der Istanbuler Börse bis zum geplanten Börsengang im Mai entwickelt.

Der Istanbuler Leitindex IMKB-100 hat seit Jahresbeginn über 22 Prozent eingebüßt. Gegenüber dem historischen Hoch vom Oktober 2007 beträgt das Minus sogar fast 27 Prozent. Neben der globalen Kreditkrise verunsichern auch innenpolitische Konflikte über die geplante Abschaffung des Kopftuchverbots und die Furcht vor einer schleichenden Islamisierung des Landes die Anleger.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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