Terminarme Woche
Dax drohen weitere Turbulenzen

Die Anleger sind nach den Verlusten der abgelaufenen Woche nervös: Sie haben nach den heftigen Kurssteigerungen seit März nun Angst um ihre Gewinne. Experten rechnen daher für die kommende Woche trotz insgesamt optimistischer Einschätzungen der Konjunkturentwicklung mit weiteren Kursturbulenzen. Technische Analysten sehen viel Luft nach unten: Sie schließen auf mittlere Sicht einen Rückfall des Dax unter die Marke von 3 000 Punkten nicht aus.

HB FRANKFURT. Viele Anleger haben derzeit lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. „Wenn es runter geht, verkaufen sie lieber vorsorglich“, sagt Guiseppe Amato, Marktanalyst beim Broker Lang & Schwarz. Dies habe man schon in dieser Woche gesehen, als die Sorge vor steigenden Ölpreisen und einem schwachen Dollar zu übertriebenen Kursverlusten geführt habe, bestätigen andere Börsianer. Negative Nachrichten dürften also auch in nächster Zeit stark auf den Markt durchschlagen.

Im Wochenverlauf hatte der Dax wie auch andere Indizes knapp acht Prozent auf rund 3 300 Punkte an Wert verloren. Unter anderem hatte die überraschende Entscheidung des Verbandes der Erdölförderländer (Opec) zur Drosselung der Fördermenge neuerliche Ängste ausgelöst, ein steigender Ölpreis könne die Erholung der Weltwirtschaft gefährden. Insgesamt hat der Dax aber seit März gut 50 % zugelegt. Einige Anleger sitzen also noch auf nennenswerten Kursgewinnen. Weitere Gewinnmitnahmen zur Sicherung der Erträge sind bei schwachen Märkten nicht auszuschließen.

Auch positive Impulse von den anstehenden US-Konjunkturdaten dürften nach Einschätzung von Analysten in der nächsten Handelswoche wenig bewegen. „Die verbesserten Rahmenbedingungen sind bereits in den Kursen enthalten, so dass zunächst weitere Rückschläge zu erwarten sind“, schreiben die Analysten der DZ Bank in ihrem Wochenausblick. Von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) erwarten Börsianer keine weitere Zinssenkung.

Impulse höchstens aus den USA zu erwarten

Zu einzelnen Unternehmen stehen kaum wichtige Termine an. Wichtige Daten, die Impulse setzen und den Marktverlauf entscheidend beeinflussen könnten, werden einmal mehr nur aus den USA erwartet. Neben Konjunkturdaten dürften einige Unternehmen aus Übersee über ihren bisherigen Quartalsverlauf berichten.

Auch die charttechnische Situation an Wall Street wird mit Argusaugen beobachtet werden. Denn sollte die psychologisch wichtige Marke von 1 000 Zählern im S&P-500-Index nachhaltig durchbrochen werden, wird das auch hierzulande deutliche Kursverluste zur Folge haben. Bis zum Beginn der eigentlichen Quartalsberichterstattung dürften sich die Anleger mit Neuinvestitionen am Markt aber insgesamt eher zurückhalten.

Daneben wird auch die Situation am Devisenmarkt und die Entwicklung des Ölpreises eine bestimmende Größe sein. Sollte es dem Euro gelingen, die Widerstandszone bei 1,1500 und 1,1525 Dollar zu überwinden, sind schnell weitere Gewinne für die europäische Gemeinschaftswährung wahrscheinlich. Das wird wohl nicht nur den Dax im allgemeinen sondern exportorientierte Werte wie etwa Automobiltitel im besonderen deutlich unter Druck setzen. Als Belastungsfaktor könnte sich auch der Ölpreis erweisen. Zuletzt hat sich dieser auf einem Niveau von rund 26 Dollar eingependelt. Deutliche Preissteigerungen würden auch den Dax negativ beeinflussen.

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