Thielert erzielt rund 62 Millionen Euro Emissionserlös
Thielert-IPO mehr als fünffach überzeichnet

Der Hamburger Flugzeugmotorenhersteller Thielert hat im Rahmen des Börsengangs alle angebotenen 10,5 Millionen Aktien platziert.

HB HAMBURG. Wie die Thielert AG am Donnerstag mitteilte, beträgt der Emissionspreis 13,50 Euro je Aktie und liegt damit im oberen Drittel der Preisspanne von 12 bis 14 Euro. Das Angebot war zum Emissionspreis mehr als fünffach überzeichnet.

Dem Unternehmen werden etwa 62 Millionen Euro zufließen. Frank Thielert, Firmengründer, Vorstandsvorsitzender und größter Aktionär der Thielert AG will mit den Erlösen die „führende Marktposition bei zertifizierten Kerosin-/Diesel-Kolbenflugmotoren für die Luftfahrt weiter ausbauen.“ Das Unternehmen will zusätzliche Märkte erschließen und vor allem in den USA expandieren. Geführt wird die Platzierung von Dresdner Kleinwort Wasserstein und Cazenove.

Im Gegensatz zu Thielert läuft der deutlich größere Börsengang der Heimwerkerkette Praktiker nach wie vor schleppend. Einen Tag vor dem heutigen Ende der Zeichnungsfrist war noch immer unklar, ob sich ausreichend Nachfrage für eine reibungslose Platzierung der bis zu 34,5 Mill. Aktien der Tochter des Handelskonzerns Metro findet. Die Preisspanne für die Platzierung liegt bei 16 bis 19 Euro.

Großinvestoren, die lange eine Senkung des Ausgabekurses gefordert hatten, gehen mittlerweile davon aus, dass die Aktien am unteren Ende der Spanne an den Markt kommen. Zur Not würden die Konsortialbanken JP Morgan, Deutsche Bank und ABN Amro einen Teil der Papiere in die eigenen Bücher nehmen. Das Interesse der Anleger habe in den vergangenen Tagen deutlich angezogen, hieß es aus dem Kreis der Banken. Da viele Großinvestoren ihre Orders traditionell erst am Ende der Zeichnungsfrist abgeben würden, sei eine Überzeichnung noch immer sehr gut möglich. Bei Börsengängen in der Größenordnung von Praktiker gilt als Daumenregel, dass die Nachfrage 1,5 bis zwei Mal so hoch sein sollte wie das Angebot, um die Aktien zuverlässigen Investoren zuteilen zu können.

Praktiker und Thielert dürften die letzten beiden größeren deutschen Börsengänge in diesem Jahr sein. Einige kleinere Kandidaten bereiten dagegen noch Platzierungen vor. Gestern gaben die Gesellschaften VIB Vermögen und Eutex Details zu ihren Börsenplänen bekannt. Die Unternehmen wollen ihre Aktien in den wenig reglementierten Segmenten MAccess in München und Entry Standard in Frankfurt notieren lassen. VIB Vermögen, eine Holding mit Schwerpunkt Gewerbeimmobilien, plant das Börsendebüt für den 28. November. Geordert werden können die bis zu fünf Mill. Aktien noch bis zum 23. November zum Festpreis von sechs Euro. Konsortialführer sind die Baader Wertpapierhandelsbank und die Bayerische Landesbank. Prestigeobjekt unter den derzeit 15 Immobilien im Portfolio ist das kürzlich eröffnete Donau City Center in Ingolstadt.

Drei Tage später, am 1. Dezember, plant die Düsseldorfer Eutex die Erstnotiz. Das Unternehmen, das vor allem als Großhändler von Telefonminuten zwischen internationalen Netzbetreibern tätig ist, will mit dem Börsengang die Marktposition in Osteuropa, dem Nahen Osten und in Afrika stärken. Eutex bringt knapp 800 000 Aktien an den Markt. Konsortialbanken sind die CCB Bank und Clos Brothers Seydler.

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