Top-Manager mit positiven Erwartungen
Insider kaufen trotz Krise

Viele Investoren haben bei den heftigen Börsenturbulenzen in den letzten Wochen zuhauf Aktien abgestoßen. Prominente Manager dagegen haben die Turbulenzen an den Märkten genutzt und Aktien geordert. Analysten sehen dies als Chance in der Krise.

FRANKFURT. Viele Investoren haben bei den heftigen Börsenturbulenzen in den letzten beiden Wochen zuhauf Aktien abgestoßen, jedoch nur ein Top-Manager aus allen 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax. Stattdessen haben prominente Namen wie BASF-Chef Jürgen Hambrecht, Thyssen-Krupp-Boss Eckehard Schulz und United Internet-Gründer und Chef Ralph Dommermuth gegen den Trend Aktien ihres Unternehmens gekauft.

Die Order der Unternehmensinsider, die diese innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin melden müssen, zeigen sich damit wie schon des Öfteren in der Vergangenheit als Kontraindikator zur allgemeinen Marktentwicklung.

Das Insider-Barometer, das das Forschungsinstitut fürAsset Management (Fifam) alle zwei Wochen in Zusammenarbeit mit Commerzbank Private Banking exklusiv für das Handelsblatt berechnet, hat damit zuletzt wieder um fünf Punkte auf 184 Zähler zugelegt. Die Aussage, die Deutschlands Top-Manager damit für den Gesamtmarkt geben, ist eindeutig. Geht es nach ihnen, müsste es mittelfristig an den Börsen wieder bergauf gehen.

Kräftig gekauft haben Vorstände, Aufsichtsräte sowie deren Angehörige trotz widriger Marktstimmung. "Die gestiegene Aktivität in diesem Bereich zeigt sich sowohl in den Volumen als auch insbesondere in der Anzahl der Transaktionen, die auf überdurchschnittlichem Niveau liegt", sagt Christian Rouette von der Fifam.

Gleich drei besonders auffällige Kaufaufträge stechen diesmal heraus. So hat United Internet-Chef Ralph Dommermuth über seine Beteiligungsgesellschaft für knapp 8,9 Mill. Euro Aktien seines Unternehmens gekauft und damit die größte Einzelorder abgegeben. Dommermuth kauft damit zu einem Zeitpunkt, an dem der Kurs der im TecDax gelisteten Aktie eine viermonatige, kontinuierliche Talfahrt zeigt. Bei den Analysten steht der Anbieter von Web-Hosting, Telefonie und DSL-Anschlüssen dennoch weiter hoch im Kurs. Deren Erwartungen hatte das Unternehmen aus Montabaur zuletzt mit seinen Quartalszahlen entsprochen. Der Kurs leidet im Moment vor allem unter dem geringeren Gesamtmarktwachstum bei den schnellen Datenanschlüssen DSL und den erstarkten Kabelnetzbetreibern, die für mehr Wettbewerb sorgen, heißt es zur Begründung.

Seite 1:

Insider kaufen trotz Krise

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%