Tour bei Investoren
Formel 1 kommt dem Börsengang immer näher

Die Pläne für den Börsengang der Formel 1 sind weit fortgeschritten. Die Börse in Singapur soll schon grünes Licht gegeben haben. Mitgesellschafter Bernie Ecclestone hofft auf einen Erlös von mehreren Milliarden Dollar.
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Hongkong/SingapurDie Formel 1 fährt auf ihre Startposition für den geplanten milliardenschweren Börsengang. Die Tour bei Investoren soll am Dienstag beginnen, wie mit dem Vorhaben vertraute Personen am Montag sagten. Der Ausgabepreise solle noch vor Ende Juni festgelegt werden.

Zuvor hat die Börse in Singapur laut einem Medienbericht dem Plan der Eigentümer der Rennserie zugestimmt, mit einem Börsengang bis zu drei Milliarden US-Dollar (rund 2,3 Milliarden Euro) einzusammeln. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf drei informierte Personen.

Mehrheitseigner der Rennserie ist der Finanzinvestor CVC Capital Partners, dem 63,4 Prozent gehören. Mitgesellschafter Bernie Ecclestone ist seit 2006 als Geschäftsführer verantwortlich für die Formel 1. Ecclestone selbst hatte Ende März verkündet, einen Börsengang der Formel 1 vorgeschlagen zu haben. Die Entscheidung liege aber in Händen des Mehrheitseigentümers.

Nach Angaben informierter Personen sollen die amerikanischen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley sowie die schweizerische UBS das Unternehmen beim Gang an die Börse in Singapur begleiten. Der boomende Stadtstaat ist seit 2008 Ausrichter eines Formel-1-Rennens.

Im Zuge des Börsengangs könnte CVC seine Anteile auf rund 50 Prozent verringern, wie die Nachrichtenagentur Reuters vermutet. Zudem könnten jene 15,3 Prozent, die die amerikanische LBI-Gruppe (Lehman Brothers) bis 30. Juni 2014 verkaufen will, ebenfalls an der Börse notiert werden. Ecclestone selbst will seine 5,3 Prozent wohl behalten.

Dass die Rennserie an die Börse gehen wird, galt in Kreisen bereits länger als offenes Geheimnis. Bevor überhaupt offen über die IPO-Pläne gesprochen wurde, gab es bereits Spekulationen um eine mögliche Verschiebung des Börsengangs. Reuters zitierte Ende April eine namentlich nicht genannte Quelle, die das negative Marktumfeld als Grund für einen späteren IPO angibt: "Wenn die nächsten zwei Wochen genauso schlecht werden wie die vergangenen drei, dann ist unwahrscheinlich, dass es diesen Sommer passieren wird. Wenn die Märkte tagtäglich einen negativen Trend einschlagen, ist es schwierig, ein IPO zu verkaufen."

Zudem kommen auch sportliche Gründe. Das Mercedes-Team hat als einziger Rennstall noch nicht das neue Concorde-Agreement unterzeichnet, das ab 2013 gelten soll. Ein Verlust des traditionsreichen Namens aus der Starterliste käme auch einem Wertverlust der gesamten Rennserie gleich.

Eines dürfen die Verantwortlichen der Formel 1 nicht übersehen: Die Aktien des seit Februar 2011 börsennotierten Williams-Teams liegen heute unter dem Ausgabekurs.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

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