Trennung vom Kühlgeräte-Geschäft
Lindes Quartalszahlen wecken Phantasie

Der Technologiekonzern Linde hat Analysten zufolge seine Hausaufgaben gemacht. Das von Vorstandschef Wolfgang Reitzle eingeleitete Restrukturierungskonzept greift – das zeigen die positiven Quartalszahlen. Das Kursziel der Aktie sehen Analysten von M.M. Warburg und BHF-Bank bei mindestens 70 Euro. Am Mittwoch Nachmittag notierten die Papiere unter 59 Euro.

DÜSSELDORF. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich das Unternehmen von seinem Geschäft mit Kühlgeräten für die Lebensmittelbranche, dem langjährigen Sorgenkind des Konzerns, getrennt. Zudem wurden die Effizienz- und Sparprogramme „Go“ und „Gap“ angestoßen, die in den kommenden Monaten für Kostenentlastungen in dreistelliger Millionenhöhe sorgen sollen. Insgesamt, sagt der ehemalige Automanager Reitzle, sei das Unternehmen schlagkräftiger und leistungsfähiger geworden. Heute ist Linde, das weltweit rund 41 500 Mitarbeiter beschäftigt, nur noch in zwei Bereichen tätig: dem Gase- und Anlagenbau sowie im Material Handling, dem Geschäft mit Industriegeräten.

Im Gasgeschäft setzt Linde vor allem auf Industrie- und Medizingase. Letztere gelten mit Blick auf die positive Entwicklung im Healthcare-Bereich als besonders zukunftsträchtig. Linde liefert beispielsweise Sauerstoff und Lachgas an Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte. Beim Anlagenbau profitiert das Unternehmen derzeit von den hohen Energiepreisen. Anlagen, die Erdgas in Treibstoffe umwandeln, sind besonders gefragt.

Im Bereich Material Handling verfolgt Linde eine Drei-Marken-Strategie. Neben der Produktion und dem Vertrieb so genannter Flurförderzeuge, dazu gehören Gabelstapler oder Hubwagen, fertigt Linde hydraulische Produkte wie Axialpumpen und Getriebe. Mit den drei Marken Linde, STILL und OM sowie dem strategischen Partner Komatsu Forklift zählt der Konzern zu den weltgrößten Herstellern von Staplern und Lagertechnikgeräten.

Nach der positiven Entwicklung im zweiten Quartal dieses Geschäftsjahres überzeugten auch die Zahlen des abgelaufenen dritten Quartals die Mehrzahl der Analysten. Ein „gutes, solides Ergebnis“, nennt Silke Stegemann, Analystin bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, den Quartalsbericht von Linde. Als Kursziel gibt das Kreditinstitut 68 Euro vor. Seit Dezember vergangenen Jahres haben sich die Aktien um rund 15 Euro verteuert.

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