Triebwerkhersteller wirbt mit Aussicht auf attraktive Rendite um Investoren
Börsenkandidat MTU will sich umstrittenen Hedge-Fonds öffnen

Der Börsenkandidat MTU will trotz „Heuschrecken-Debatte“ auch spekulative Hedge-Fonds an seiner Emission beteiligen. „Wir behandeln alle Investoren gleich, das gilt auch für Hedge-Fonds“, betonte Vorstandschef Udo Stark. „Wir fürchten uns nicht vor diesen Investoren.“

hz/mm/rob/scc FRANKFURT/M. Hedge-Fonds waren zuletzt ins Gerede gekommen, weil sie die Übernahme der Londoner Börse durch die Deutsche Börse verhinderten und den Chef des Frankfurter Unternehmens zum Rücktritt zwangen.

Der Triebwerkshersteller MTU plant Anfang Juni den vierten deutschen Börsengang in diesem Jahr. Der Konzern will Aktien im Wert von rund 900 Mill. Euro platzieren. MTU war Ende 2003 von Daimler-Chrysler an die US-Beteiligungsgesellschaft KKR verkauft worden, einer der Investoren, die SPD-Chef Franz Müntefering als „Heuschrecken“ abqualifiziert hatte. „Diese Diskussion ist nicht hilfreich, sie wird den Börsengang aber nicht stören“, meint Stark. KKR wolle seinen Anteil an MTU auf 40 Prozent reduzieren, hieß es in Finanzkreisen. Der Konzern selbst soll durch eine Kapitalerhöhung von bis zu 300 Mill. Euro vom Börsengang profitieren. Den Investoren will sich MTU als Substanzwert mit attraktiver Ausschüttung präsentieren.

Finanzkreisen zufolge plant der Konzern eine Dividendenrendite von drei bis vier Prozent. Stark wollte dies nicht kommentieren, betonte aber, dass MTU über einen „starken Cash Flow“ verfüge, der es erlaubt habe, die Verbindlichkeiten aus dem Verkauf an KKR auf 624 Mill. Euro zu senken. Die Einnahmen aus dem Börsengang will MTU zum weiteren Schuldenabbau verwenden. Im 1. Quartal hat MTU den operativen Gewinn auf 71 Mill. Euro fast verdoppelt. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 526 Mill. Euro.

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