Trotz ambitionierter Ziele bleibt Aktie deutlich hinter Erwartungen zurück
Fußball soll Premiere-Kurs antreiben

Über drei Millionen Kunden, exklusive Sportrechte und jede Menge Ankündigungen im Vorfeld der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Premiere, Deutschlands einziger Pay-TV Sender ist nicht erst seit seinem Börsengang im März immer für eine Schlagzeile gut.

HB MÜNCHEN. Mal kündigen die Münchener den Einstieg in das Geschäft mit Sportwetten an (Juli), dann überraschen sie die Fernsehwelt mit dem Kauf der Exklusivrechte für die Champions League (Anfang dieser Woche). Und auf der IFA trommelt Konzernchef Georg Kofler lautstark für sein Lieblingsprojekt, den Erwerb der Exklusivlizenzen für die Bundesliga ab 2006.

Trotz aller Ankündigungen: Die Investoren bleiben kühl. „Wir glauben, der Markt überschätzt das langfristige Potenzial für Pay-TV-Fernsehen in Deutschland“, schrieb diese Woche die Deutsche Bank über Premiere und riet zum Verkauf der Aktie. Allerdings ist der Zeitpunkt für Erstzeichner der Papiere alles andere als günstig, sie würden sich mit deutlichen Verlusten aus ihrem Investment verabschieden.

28 Euro mussten die Anleger im März für die Aktie zahlen, die im frisch anziehenden Aktienmarkt zwölffach überzeichnet war. Rasch schoss die Aktie auf über 32 Euro, doch seitdem geht es bergab. Mit aktuell 24,60 Euro ist Premiere pünktlich zur IFA auf dem vorläufigen Tiefstand angekommen. Auf den ersten Blick ist der Kursrutsch ein Rätsel: So konnte Vorstandschef Georg Kofler Anfang August eine kleine Sensation verkünden. Der Sender, dessen horrende Verluste vor drei Jahren das Kirch-Imperium in den Ruin stürzten, erzielt erstmals seit 14 Jahren einen beschiedenen Nettogewinn von 3,3 Mill. Euro. 3,6 Millionen Kunden will Premiere am Ende des Jahres haben, operativ sollen 120-150 Mill. Euro verdient werden. Doch schon damals warnten Analysten: Das schöne Ergebnis hat auch mit dem Börsengang zu tun. Denn mit den 1,2 Mrd. Euro Einnahmen aus dem Börsengang wurden hauptsächlich die Zinskosten gedrückt.

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