Trotz der guten Erstquartalszahlen raten viele Experten von dem Papier des Online-Brokers ab
Börsenskepsis bremst DAB-Aktien aus

Analysten bewerten das Papier der DAB-Bank eher zurückhaltend. Immerhin trauen sie dem Institut im Vergleich mit den direkten Konkurrenten aber die beste Entwicklung zu.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Um ein schlappes Prozent hat sich der Aktienkurs der DAB Bank seit Anfang des Jahres verbessert. Zwar liegt das Papier damit im Vergleich zu vielen Standardwerten zumindest noch im Plus. Nach den kräftigen Verlusten im Vorjahr ist das für die Anleger allerdings nur ein kleiner Trost. Auch die Analysten bewerten das Papier eher zurückhaltend. Immerhin trauen sie der DAB Bank im Vergleich mit den direkten Konkurrenten aber die beste Entwicklung zu.

Die schwache Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate, als die DAB Bank 20 Prozent an Börsenwert einbüßte, scheint auf den ersten Blick erstaunlich, da der Online-Broker jüngst das beste Quartalsergebnis in der Firmengeschichte veröffentlicht hat. Immerhin hat das Unternehmen ein Ergebnis vor Steuern von 9,6 Mill. Euro erwirtschaftet. Ein großer Teil dieses Gewinns ist jedoch allein mit der Erstkonsolidierung der im vergangenen Jahr übernommenen FSB Fonds Service Bank zu begründen. Ohne diesen positiven Effekt wäre das Ergebnis deutlich schwächer ausgefallen und hätte sogar unter dem Vorjahreswert von 6,5 Mill. Euro gelegen.

Einige Strategen sehen das Ergebnis dennoch positiv. „Die Zahlen sind trotz des Einmaleffekts sehr solide ausgefallen“, schreiben beispielsweise die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt in einer Studie. Das Management habe bewiesen, dass es die richtige Mischung gefunden hat, um Wachstum und Profitabilität zu steigern, meint auch Thomas Rothäusler, Analyst bei dem Bankhaus Sal. Oppenheim. Er stuft die Aktie daher weiterhin mit „kaufen“ ein und gibt als fairen Wert für die Papiere 7,50 Euro an. Im Vergleich zum aktuellen Stand bei 5,50 Euro wäre das ein Plus von rund 35 Prozent.

Und mit dieser Einschätzung liegt Rothäusler nicht alleine. Laut der Finanzagentur Bloomberg raten immerhin vier der neun befragten Anlagestrategen zum Kauf des Papiers. Genauso groß ist allerdings das Lager der Skeptiker. Denn wie bei allen Online-Broker hängt die Kursentwicklung der DAB-Aktie stark von der allgemeinen Stimmung an den Aktienmärkten ab. Und diese hat zuletzt deutlich an Schwung verloren. So bewegt sich beispielsweise der Deutsche Aktienindex (Dax) nach einer kräftigen Aufwärtsbewegung in der zweiten Hälfte 2004 jetzt nur noch seitlich. Auch die Börsenumsätze, von denen die Einnahmen der Online-Broker abhängen, sind rückläufig.

Zu den weniger optimistischen Analysten zählt Philip Häßler, Branchenexperte bei dem auf Small- und Midcaps spezialisieren Researchhaus Equinet in Frankfurt. Das Unternehmen würde gerade im Geschäft mit den kleineren Kunden unter dem harten Wettbewerb mit Cortal Consors und Comdirect leiden, sagt Häßler, der die Aktie mit „verkaufen“ einstuft. Daher habe die DAB Bank im ersten Quartal auch die Kundenzahl nicht weiter erhöht.

Zudem ist es auch um die Spekulationen über eine mögliche Übernahme der DAB Bank, an der die Hypo-Vereinsbank zurzeit 76 Prozent der Anteile hält, durch die Comdirect wieder ruhiger geworden. Eine Fusion der beiden Konkurrenten sei zwar durchaus sinnvoll, sagt Peter Barkow, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass die Unternehmen in Verhandlungen stehen.“ Als Kurstreiber können diese Spekulationen daher kaum mehr dienen.

Solange die Fusion jedoch ausbleibt, müssen Anleger, die in Aktien der Online-Broker investieren wollen, sich zwischen den Papieren von Comdirect und DAB Bank entscheiden. Und zumindest im direkten Vergleich kann die Aktie der DAB punkten. Sowohl Oppenheim-Analyst Rothäusler als auch Häßler von Equinet sehen sie im Vergleich mit der Peergroup vorne.

Die DAB Bank sei durch die Stärkung ihres Depotgeschäftes mit den Finanzverwaltern unabhängiger von der jeweiligen Börsenentwicklung geworden, sagt Häßler. Gerade in Phasen, in denen die Börsen weiterhin seitwärts tendieren und sich private Anleger zurückhalten, könnte das DAB-Papier daher attraktiver sein. Gegen einen Kursanstieg spricht seiner Meinung nach aber die hohe Bewertung, die alle Online-Broker gemeinsam haben.

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