Trotz Finanzkrise
Neue Schwergewichte für die Börse

Die globale Finanzkrise kann den Optimismus der Investmentbanker offenbar nicht brechen. Sie erwarten im Markt für Börsengänge in Deutschland (IPOs) ein Spitzenjahr, wie eine Umfrage des Handelsblatts unter Emissionsbanken ergeben hat.

FRANKFURT. Demnach werden im kommenden Jahr mindestens 20 bis 25 Börsenneulinge erwartet. Damit wird zwar dieselbe Anzahl wie 2007 im Premiumsegment Prime Standard vorhergesagt. Wesentlicher Unterschied ist aber das Volumen, das deutlich höher sein soll als dieses Jahr.

"Soweit das Börsensentiment in 2008 nicht mehr durch die US-Hypothekenkrise und den konjunkturellen Ausblick in den USA belastet sein wird, sollte die Marke von zehn Mrd. Euro an Gesamtemissionsvolumen im kommenden Jahr in Deutschland leicht zu knacken ein", sagt etwa Achim Schäcker, Chef des Equity-Markets-Geschäfts bei Credit Suisse. Er ist sich der Anfälligkeit der Prognosen bewusst: Wenn es angesichts der Finanzkrise während der Bilanzsaison gleich im ersten Quartal zu weiteren unvorhersehbaren Milliarden-Abschreibungen bei Großbanken kommen sollte und dadurch etwa die Konjunktur stark in Mitleidenschaft gezogen würde, stünden sicherlich weniger Unternehmen vor einem Börsengang, so Schäcker.

In diesem Jahr lag das Emissionsvolumen mit rund 7,5 Mrd. Euro auf der Höhe von 2006. Mit zehn Mrd. Euro könnte das kommende Jahr das erfolgreichste seit dem Boomjahr 2000 werden, als das Volumen 32 Mrd. Euro erreichte.

Auf dem Zettel der potenziellen Kandidaten für einen Börsengang stehen bekannte Namen wie die Deutsche Bahn, der Mischkonzern Evonik, der Versicherer Talanx, die HSH Nordbank und der Gabelstaplerkonzern Kion. Zugute kommt ihnen, dass immer mehr große britische und US-Fonds gezielt nach deutschen Aktienemissionen suchen und dabei eine Art Trendsetter-Funktion haben. Unübersehbar ist beispielsweise, dass gerade große US-Pensionsfonds, die oft mehrere 100 Mrd. Dollar verwalten, ihre Anlagen stärker diversifizieren wollen. Speziell in Europa und Asien suchten sie nach Investitionsmöglichkeiten, sagt Dirk Popielas, Chef der Pensionsgruppe bei JP Morgan in Deutschland. Davon könnten auch deutsche Börsengänge profitieren.

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