Trotz Milliardenverlusten
Anleger halten zu RWE

Trotz Berichten über Milliardenverluste blieben die RWE-Aktien stabil. Wegen Wertberichtigungen fuhr der Stromversorger einen Verlust von knapp drei Milliarden Euro ein. Bislang gibt es keine Stellungnahme des Konzerns.
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FrankfurtBerichte über Milliardenverluste bei RWE haben die Aktionäre im frühen Handel weitgehend kalt gelassen. Die Aktien des Versorgers büßten kurz nach Börsenstart 0,03 Prozent ein auf 28,930 Euro und präsentierten sich damit sogar besser als die Papiere des Branchenkollegen Eon. „Wir haben angesichts der hohen Sonderbelastungen bereits mit einem Verlust von über zwei Milliarden Euro gerechnet“, sagte ein Händler.

Nach Informationen des Handelsblatts hat RWE im vergangenen Jahr wegen Wertberichtigungen unter dem Strich einen Verlust von knapp drei Milliarden Euro verbucht. Es wäre der erste Nettoverlust des Unternehmens seit der Nachkriegszeit. RWE musste vor allem den Wert seiner konventionellen Kraftwerke stark nach unten korrigieren, die wegen des Booms der erneuerbaren Energien immer seltener am Netz sind. Mit seinen Gas- und Steinkohlekraftwerke verdient RWE kaum noch Geld oder schreibt sogar rote Zahlen.

Eine RWE-Sprecherin wollte sich zunächst nicht zu den Berichten äußern. Am kommenden Dienstag (4.3.) wird Vorstandschef Peter Terium die Zahlen der Öffentlichkeit vorstellen. Beim betrieblichen Ergebnis dürfte RWE die gesetzten Ziele nach Einschätzung von Analysten erreicht haben. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern 4,5 bis 4,9 Milliarden Euro. Die nach Medienberichten hohen Netto-Verluste ergeben sich dagegen aus Abschreibungen und sind damit einmalige Effekte.

Viele Jahre zählte die Stromerzeugung zu den wichtigsten Gewinnbringern der gesamten Branche. Bei seinen derzeit laufenden konventionellen Kraftwerken hatte RWE ursprünglich Einnahmen von rund 50 Euro pro Megawattstunde einkalkuliert. Tatsächlich bringen die üblichen Terminkontrakte für 2014/2015 aber nur rund 35 Euro, weil die stark gewachsenen Erneuerbaren Energien mit Macht auf den Markt und die Preise drücken. RWE-Chef Peter Terium hatte Ende vergangenen Jahres bereits vom „Tal der Tränen“ für sein Unternehmen gesprochen.

Auf die schwierige Marktlage hat RWE bislang unter anderem mit umfangreichen Sparprogrammen reagiert. Konzernweit sollen bis 2016 weitere 6750 Stellen wegfallen, verlagert oder durch Verkauf abgegeben werden, davon allein 4750 in Deutschland.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wo auch immer die SPD mitredet, es geht definitiv und ganz sicher schief. Liegst an der häßlichen Nahles? Nein, an der Inkompetenz des Prekariats. Und das stellt die Basis der SPD.

  • Oh Gott oh Gott, was hat Frau Merkel aus der ehemaligen DDR nur angerichtet. Am deutschen Ökowesen soll die Welt genesen, gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht.

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