Trotz Übernahmespekulationen bestehen kaum Chancen auf Kurssteigerungen
Bei Brauereititeln raten Analysten nur selten zum Kauf

In der Bierbranche kehrt keine Ruhe ein. Kaum zwei Wochen nach der letzten großen Übernahme wird schon wieder fleißig spekuliert.

DÜSSELDORF. Neben vielen kleineren Familienunternehmen steht nach Meinung der Analysten mit dem britischen Bierkonglomerat Scottish & Newcastle (S&N) sogar eine der größten Brauereien Europas auf dem Wunschzettel der Konzerne. „Auch wenn die Aggressivität auf dem Markt nachlässt, geht die Konsolidierung weiter“, sagt Gerard Rijk, Analyst bei ING Financial Markets in Amsterdam. So sind zwar auf dem deutschen Markt die größten Brocken mit Brau und Brunnen und Holsten verteilt. „Mögliche Übernahmekandidaten gibt es aber noch überall in Europa.“

Anleger, die bei diesen Worten schon jetzt an Bieterschlachten und steigende Kursen denken, werden aber enttäuscht. „Die meisten Übernahmekandidaten sind nicht an der Börse notiert“, sagt Ralf Knabe, Analyst bei der Dresdner Bank. Ausnahmen sind der niederländische Brauer Grolsch oder eben das britische Bierkonglomerat Scottish & Newcastle – mit Marken wie John Smith’s und Newcastle die Nummer eins auf der Insel. Da die Briten schon länger in Russland und der Ukraine und nun auch auf dem Heimatmarkt mit dem dänischen Carlsberg-Konzern zusammen arbeiten, wird immer häufiger über eine Fusion spekuliert. „Ein Zusammenschluss von Carlsberg und S&N ist momentan daher die wahrscheinlichste Variante“, sagt Rijk. Die anderen Konzerne seien ohnehin fest in den Händen von Familien oder Stiftungen und damit so gut wie unverkäuflich, meint der Analyst.

Generell halten die Analysten weitere Fusionen für sinnvoll. „In Europa und den USA stagniert der Bierkonsum schon seit Jahren“, sagt Knabe. Allein die deutschen Brauer setzten im vergangenen Jahr mit 105,5 Mill. Hektoliter 2,1 Prozent weniger ab als im Vorjahr. Synergieeffekte gerade bei Vertriebs- oder Marketingkosten auszunutzen sei daher unumgänglich, meint Rijk.

Seite 1:

Bei Brauereititeln raten Analysten nur selten zum Kauf

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%