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Türkische Börse unbeeindruckt von EU-Referendum - Kursanstieg

Istanbul (dpa-AFX) - Die türkischen Finanzmärkte haben am Montag unbeeindruckt auf das Ergebnis des Referendums zur EU-Verfassung in Frankreich reagiert. Nach einem winzigen Absacker zu Beginn verzeichnete die Börse in Istanbul zum Börsenschluss einen Kursanstieg um 2,15 Prozent.

Istanbul (dpa-AFX) - Die türkischen Finanzmärkte haben am Montag unbeeindruckt auf das Ergebnis des Referendums zur EU-Verfassung in Frankreich reagiert. Nach einem winzigen Absacker zu Beginn verzeichnete die Börse in Istanbul zum Börsenschluss einen Kursanstieg um 2,15 Prozent. Der nationale Index legte um 524,64 auf 24 977,78 Punkte zu. Die Märkte hätten sich bereits vorher darauf eingestellt, sagte Wirtschaftsminister Ali Babacan.

    "Das Ergebnis war zu erwarten, es ist keine Überraschung", sagte Babacan, der für die Türkei die Verhandlungen über einen EU-Beitritt seines Landes führen wird. Weitaus heftiger, mit einem Kurssturz von 4,46 Prozent, hatte die türkische Börse vor einer Woche auf die angestrebte Neuwahl in Deutschland reagiert.

    Wirtschaftsminister Babacan bekräftigte, dass die Türkei an ihren einmal gesetzten Zielen festhalten werde. Während des "langen Beitrittsprozesses" sei in einigen EU-Ländern mit "verschiedenen politischen Strömungen" zu rechnen. "Wir als Türkei werden geduldig sein und viel arbeiten."

   "Die Börse hatte mit dem Nein der Franzosen gerechnet", sagte Mike Bayer, Türkeiexperte bei der Ceros Vermögensverwaltung. Der Markt habe entsprechende Kursverluste bereits in der Vorwoche vorweggenommen. Die Absage der Franzosen an die europäische Verfassung bremse zwar die Integration der Türkei in das europäische Bündnis, stoppe sie aber nicht. Für die Türkei bleibe es wichtig, den Reformprozess voranzutreiben. Dabei gehe es vor allem um wirtschaftliche Stabilisierung im Sinne von sinkenden Inflationsraten und steigendem Wirtschaftswachstum.

    Andrea Ardavany, Händlerin für europäische Schwellenmärkte der Creditanstalt Bank Austria in London hob den Beginn der Beitrittsverhandlungen für die Türkei Anfang Oktober hervor. "Es war klar, dass die Franzosen die EU-Verfassung ablehnen würden." Enttäuschung habe es am Aktienmarkt nicht gegeben. "Lediglich zum Auftakt rutschten die Kurse ab, drehten aber sofort ins Plus." Kursstützend hätten auch Äußerungen türkischer Politiker gewirkt.

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