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TUI drehen ins Plus - Absage des Hapag-Lloyd-Börsengangs

Die Absage des geplanten Börsengangs der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd AG hat die TUI-Aktien am Dienstag zeitweise belastet. Nach einem sehr schwachen Handelsbeginn stieg das Papier bis 12.50 Uhr um 0,81 % auf 14,94 €. Zugleich gewann der Leitindex um 0,21 % auf 3 895,85 Punkte.

dpa-afx FRANKFURT. Die Absage des geplanten Börsengangs der Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd AG hat die TUI-Aktien am Dienstag zeitweise belastet. Nach einem sehr schwachen Handelsbeginn stieg das Papier bis 12.50 Uhr um 0,81 % auf 14,94 €. Zugleich gewann der Leitindex um 0,21 % auf 3 895,85 Punkte.

Die Absage überraschte die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) angesichts der seit Monaten kursierenden Marktspekulationen kaum. Aus fundamentaler Sicht sei die Entscheidung positiv zu bewerten, auch wenn sie kurzzeitig den Titel belastet hatte. "Angesichts der aktuell schlechten Marktkonditionen hätte TUI im Rahmen eines Börsengangs die entsprechenden Anteile an der ertragsstarken Schifffahrtssparte Hapag-Lloyd zu einem sehr niedrigen Preis verkaufen müssen", erklärte Analyst Per-Ola Hellgren.

Der TUI-Konzern wird laut LRP nun in der Lage sein, weiterhin vom starken Cash-flow von Hapag-Lloyd zu profitieren. Darüber hinaus habe TUI bekräftigt, dass die geplante weitere Entschuldung auch ohne den Börsengang erreichbar sein werde. Er bestätigte den Titel auf "Marketperformer" mit einem Kursziel von 18,50 €.

Robert Heberger von Merck Finck & Co bewertete die Absage ebenfalls eher positiv als negativ. Ein IPO wäre in den gegenwärtigen Marktbedingungen "sehr schwierig" gewesen. Er bestätigte den Titel auf "Buy". Auch die Experten von Morgan Stanley reagierten gelassen. Die Absage sei "nicht so desaströs" und keine Überraschung.

Ein Händler verwies zudem auf die seiner Meinung nach "beruhigenden Aussagen aus dem Vorstand". So ist die Finanzierung des Konzerns nach Worten des Finanzvorstands Rainer Feuerhake langfristig strukturiert. Der Abbau der Schuldenlast auf unter zwei Mrd. € bis Ende 2005 könne auch ohne einen Börsengang der Hapag-Lloyd AG erreicht werden.

Ein Frankfurter Aktienhändler sagte mit Blick auf die anfänglichen Kursgewinne: "Die Absage war zwar keine große Überraschung, aber dennoch zunächst eine schlechte Nachricht für TUI, schließlich sind nun erst einmal die kurstreibenden Spekulationen um eine feindliche Übernahme aus dem Markt." Bei der alpha Wertpapierhandels AG hieß es: "Der Kapitalmarkt hat mit einer solchen Meldung mehrheitlich bereits gerechnet."

Die TUI hat den geplanten Börsengang ihrer Schifffahrtstochter Hapag-Lloyd AG abgesagt. "Im Laufe der Vorbereitungen auf einen möglichen Börsengang hat sich die Lage auf den Kapitalmärkten verändert, sodass ein fairer Wert für das Unternehmen derzeit nicht zu realisieren ist", teilte das Unternehmen vorbörslich mit. Der vollständige Verkauf der Hapag-Lloyd AG an einen Investor sei ebenfalls nicht vorgesehen. Die erforderliche Finanzierung des Konzerns sei langfristig strukturiert und die geplante weitere Entschuldung könne auch ohne einen Börsengang der Hapag-Lloyd AG erreicht werden.

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