Turbulenzen an Märkten schocken Firmen nicht
Börsenkandidaten bleiben standhaft

Den Turbulenzen an den Märkten zum Trotz: Alle wollen weiter an die Börse. Der Lackmus-Test für den gesamten Ipo-Markt steht allerdings noch an.

FRANKFURT. Gleiches ist von den Investmentbanken zu hören, die mit den Börsengängen betraut sind. Der Leiter des deutschen Geschäfts mit Aktienemissionen bei der Deutschen Bank, Georg Hansel, geht weiterhin von bis zu 40 Emissionen im Premiumsegment der Deutschen Börse, dem Prime Standard, aus. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 32 Emissionen mit einem Gesamtvolumen von 7,2 Mrd. Euro. In diesem Jahr soll der Gesamterlös bei über zehn Mrd. Euro liegen.

Kromi Logistik, der erste Börsenkandidat des Jahres, hatte am Mittwoch mit einer Kehrtwende die Börsianer überrascht. Nachdem der norddeutsche Werkzeug-Logistiker am Dienstagabend seine für Mittwoch geplante Erstnotiz wegen der jüngsten Kursrückgänge abgesagt hatte, vollzog er am Mittwoch einen erneuten Schwenk. Einzig der Ausgabepreis der 1,5 Millionen angebotenen Aktien wurde von der ursprünglichen Preisspanne von 23 bis 27 Euro auf den Festpreis von 20 Euro reduziert. Mit diesem Nachlass wurden alle Anteile platziert.

Die Kromi-Aktien starteten bei ihrem Börsendebüt über dem Ausgabepreis. Die Papiere wurden am Donnerstag mit 22 Euro erstmals auf der Kurstafel notiert. Damit liegen die Titel zehn Prozent über dem Ausgabepreis von 20 Euro. Kromi ist in diesem Jahr der erste Börsenneuling im gehoben Börsensegment Prime Standard. Mit der Platzierung von 40 Prozent der Firmenanteile nimmt Kromi 30 Mill. Euro ein.

Gerade bei kleinen Emissionen, die man nicht unbedingt haben müsse, hielten sich Großinvestoren in Börsenphasen wie dieser zurück, sagt der Vorstand der UBS in Deutschland, Stefan Winter. Stattdessen bevorzugen sie liquide Werte. Gelassen reagierten auch die nächsten Börsenkandidaten, der Yachtbauer Hanse Yachts und das Immobilien-Unternehmen Polis. Bei Hanse Yachts, deren Börsendebüt für Freitag geplant ist und zwischen 70 Mill. und 80 Mill. Euro einbringen soll, war das Orderbuch laut Bankenkreisen bereits am letzten Freitag überzeichnet. Die Aktien werden zu 33 Euro zugeteilt, wie das Unternehmen mitteilte.

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