TV-Zulieferer
Technotrend geht aufs Parkett

Mit der niederländischen Technotrend Holding steht der nächste Börsenkandidat in den Startlöchern, der noch in diesem Jahr sein Debüt an der Deutschen Börse plant (ISIN: NL0000887834). Entsprechende Pläne gab der Hersteller von Set-top-Boxen für den Fernseh-Empfang gestern bekannt.

scc FRANKFURT. „Allein in Deutschland müssen wegen der Abschaltung des analogen TV bis 2010 noch 80 Mill. Geräte umgestellt werden“, nennt Technotrend-Vorstandschef Heiko Kieser einen der Gründe für den am 30. November angepeilten Börsengang.

Das im Jahr 2004 aus der Fusion der deutschen Technotrend AG und der portugiesischen Novabase IDTV entstandene Unternehmen stellt Zusatzboxen für TV-Geräte her, die diese in die Lage versetzen, digitales Fernsehen zu empfangen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres steigerte Technotrend seinen Umsatz um 26 Prozent auf 54 Mill. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs im gleichen Zeitraum um 58 Prozent zum Vorjahr auf 1,9 Mill. Euro.

Die zurzeit noch geringe Ebit-Marge von 3,5 Prozent soll nach Kiesers Aussagen in den nächsten Jahren vor allem durch den Ausbau von Technologiepartnerschaften mit großen Konzernen und durch ein verstärktes Einzelhandelsgeschäft gesteigert werden. Bei ersterem profitiert Technotrend bisher schon von einer exklusiven Kooperation mit Siemens, ist aber auch mit anderen wichtigen Namen der Branche wie Schwaiger, Grundig und Kathrein im Geschäft. Im Einzelhandel ist das Unternehmen, dessen operative Zentrale in Erfurt steht, seit Sommer diesen Jahres in allen relevanten Ketten vertreten und hofft deshalb in Zukunft auf deutliche Zuwachsraten in diesem margenstarken Geschäft.

Bis zu 7 567 365 Aktien sollen ab dem kommenden Freitag bis zum 26. November unter der Führung von Concord Effekten angeboten werden. Die beiden Analysten Piers Nestler und Enid Omerovic von Concord Effekten sehen in einer Studie zum Börsengang den fairen Wert der Technotrend-Aktie bei 6,60 Euro, was einer Bewertung des Unternehmens mit 64 Mill. Euro entspricht.

Als besonderen Wachstumstreiber sehen die beiden Analysten die Empfehlung der EU-Kommission, bis zum Jahr 2012 Rundfunk nur noch digital zu verbreiten. „Aufgrund der in den meisten europäischen Ländern geringen Penetrationsrate digitaler Übertragungskanäle lässt dies einen starken Nachfrageanstieg nach Digitalreceivern erwarten“, heißt es. Für das kommende Jahr erwarten die Analysten einen Umsatzanstieg um 24 Prozent auf 130 Mill. Euro und einen Gewinnzuwachs (Ebit) von 66 Prozent auf 7,3 Mill. Euro.

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