Twitter-Aktie im Fokus

Twitter kommt nicht auf die Beine

Der Kurznachrichtendienst Twitter hat mit seiner Bilanz die Aktionäre aufgeschreckt. Satte 22 Prozent rutschten die Aktien zeitweise ab. Acht Jahre nach der Gründung hat das Unternehmen noch immer ein großes Problem.
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Der Kurznachrichtendienst verdient auch nach acht Jahren kaum Geld. Quelle: Reuters
Twitter

Der Kurznachrichtendienst verdient auch nach acht Jahren kaum Geld.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfIn der vergangenen Woche hat sich für Twitter ein börsentechnischer Super-Gau ereignet. Die schlechten Quartalszahlen des Unternehmens waren schon frühzeitig durchgesickert. Und zwar während des Handelstages. Die Firma Selerity ist auf das Aufspüren von Informationen im Netz spezialisiert. Sie hatte die Zahlen Anfang der Woche etwa 45 Minuten vor Börsenschluss veröffentlicht – über Twitter. Angeblich sollen die Zahlen von der Investor-Relations Website stammen.

Somit musste Twitter schon früher als geplant mit den offiziellen Zahlen aufwarten. Und diese enttäuschten deutlich. Der Kurznachrichtendienst steckt weiterhin in tiefroten Zahlen. Im ersten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von 162,4 Millionen Dollar. Dafür konnte es den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 74 Prozent auf 436 Millionen Dollar steigern. Doch damit blieb Twitter sowohl hinter den eigenen als auch hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Die Reaktion der Anleger folgte postwendend. Zum großen Nachteil des Unternehmens. Normalerweise veröffentlichen Konzerne ihre Zahlen erst nach Handelsschluss um den Investoren die Möglichkeit einer kurzfristigen Reaktion zu nehmen. So jedoch stürzte die Aktie Minuten nach Bekanntwerden der schlechten Nachrichten um sechs Prozent ab. Dann wurde die Aktie auf Wunsch von Twitter aus dem Handel an der New York Stock Exchange genommen. Doch auch das brachten dem Unternehmen nur eine kurze Verschnaufpause ein.

Nach der Freigabe schloss die Aktie am nächsten Handelstag mit einem Minus von 18,18 Prozent bei 42,27 Dollar, was einem Verlust von 9,39 Dollar entspricht. Zeitweise war das Papier um ganze 22 Prozent abgefallen. Aktuell steht die Aktie bei 37,84 Dollar.

Die heißesten E-Commerce-Aktien für Anleger

AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0231351067
Börse
Xetra

+6,00 +0,54%
+1.106,00€
Chart von AMAZON.COM INC. REGISTERED SHARES DL -,01
Amazon
1 von 9

Der wohl bekannteste Online-Händler in Deutschland: Amazon. Was als Online-Buchhandel begann wurde zum universellen digitalen Marktplatz. Mittlerweile produziert Amazon nicht nur eigene Produkte wie Tablets und Smartphones, sondern auch eigene Serien. Amazon gehört mit zu den großen Profiteuren des Onlineshopping-Trends – die Aktie hat sich innerhalb der vergangenen fünf Jahre fast verdreifacht.

ZALANDO SE INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ZAL1111
Börse
Xetra

-0,84 -1,72%
+47,85€
Chart von ZALANDO SE INHABER-AKTIEN O.N.
Zalando
2 von 9

Mit viel Tam-Tam ging die Zalando-Aktie an die Börse, sorgte danach allerdings kaum für Glücksschreie. Zum Kurs von 21,5 Euro ausgegeben, pendelte die Zalando-Aktie ein halbes Jahr lang um die Marke von 23 Euro.

Doch der neue vorläufige Quartalsbericht lässt Anleger hoffen. Zalando schreibt schwarze Zahlen und wächst im zweistelligen Prozentbereich. Von Januar bis März dieses Jahres sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 bis 29 Prozent auf 635 bis 648 Millionen Euro geklettert, teilte Zalando Mitte April mit. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde voraussichtlich auf 25 bis 39 Millionen Euro ansteigen. Im Vorjahreszeitraum schrieb das Unternehmen noch einen Verlust von 23 Millionen Euro.

EBAY INC. REGISTERED SHARES DL -,001

WKN
ISIN
US2786421030
Börse
Xetra

+0,40 +1,24%
+32,00€
Chart von EBAY INC. REGISTERED SHARES DL -,001
Ebay
3 von 9

Ebays Situation ist durchwachsen. Die Erlöse mit der traditionellen Online-Handelsplattform gingen im ersten Quartal zurück, dafür stiegen die Gewinne der Tochter Paypal (Online-Bezahldienst) deutlich und retteten Ebay die Quartalsbilanz. Der Haken: Paypal wird demnächst abgespalten und Ebay verliert damit seinen Goldesel. Die eigentlichen Probleme Ebays bleiben damit aktuell.

Der aggressive Investor Icahn hatte auf die Abspaltung bestanden und behauptet, dass eBay und Paypal getrennt voneinander insgesamt mehr wert sein könnten. Wie es nach der Abspaltung mit dem eBay-Rest weitergeht, ist offen - möglicherweise wird er verkauft. Als mögliche Interessenten gelten an der Börse Amazon, der chinesische Online-Händler Alibaba und Google.

ALIBABA GROUP HOLDING LTD. REG.SHS (SP.ADRS)/1 DL-,000025

WKN
ISIN
US01609W1027
Börse
Xetra

+1,20 +0,77%
+156,60€
Chart von ALIBABA GROUP HOLDING LTD. REG.SHS (SP.ADRS)/1 DL-,000025
Alibaba
4 von 9

Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich ein neuer Online-Gigant auf, den hierzulande kaum jemand kannte, der in China aber einen Marktanteil von über 80 Prozent hat: Alibaba. Der Onlineshop begann mit Bürozubehör und bildet nun mit seinen Töchtern die gesamte E-Commerce-Palette ab: Alipay ist das Pendant zu Paypal, Taobao ist das Gegenstück zu Ebay, Alibaba selbst ein Konkurrent von Amazon.

Der Börsengang des vergangenen Jahres war für Alibaba ein voller Erfolg und war mit einem Emissionsvolumen von 25 Milliarden Dollar der größte Börsengang aller Zeiten.

ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005111702
Börse
Xetra

+0,30 +0,18%
+162,80€
Chart von ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Zooplus
5 von 9

Der Online-Tierfutterhändler Zooplus hat seine Jahresprognose erhöht und Anleger beglückt. Aufgrund des rasanten Wachstums im ersten Quartal, werde Zooplus wohl deutlich mehr verdienen, teilte das Unternehmen mit. Die Aktie stieg sofort um gut vier Prozent.

JD.COM INC. R.SHS CL.A(SP.ADRS)/1DL-,00002

WKN
ISIN
US47215P1066
Börse
FSE

-0,60 -1,62%
+36,50€
Chart von JD.COM INC. R.SHS CL.A(SP.ADRS)/1DL-,00002
JD.com
6 von 9

Alibaba beherrscht etwa 80 des chinesischen Online-Marktes – JD.com ungefähr den Rest. Der Onlineshop ging ebenfalls im Jahr 2014 in New York an die Börse, wurde aber im Schatten von Alibaba von deutlicher weniger Rummel begleitet. Die Aktie von JD.Com zeigt, dass Investoren große Hoffnungen in die Zukunft des E-Commerce hegen: JD.com schrieb zurzeit des Börsenganges noch Verluste, wurde an der Börse aber gekauft wie geschnitten Brot.

RAKUTEN INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
JP3967200001
Börse
FSE

+0,20 +2,82%
+7,20€
Chart von RAKUTEN INC. REGISTERED SHARES O.N.
Rakuten
7 von 9

Der japanische Onlineshop Rakuten gehört zu den 10 größten Internetunternehmen der Welt, was vor allem auf Übernahmen zurückzuführen ist – zuletzt übernahm Rakuten die VoIP-App Viber. Damals verkaufte das Unternehmen als Marktfüherer auch Walfleich und Elfenbein, bis der Verkauf schließlich verboten wurde.

Laut eigenen Angaben ist Rakuten der drittgrößte Onlinehändler der Welt. Anders als Amazon verkauft Rakuten nicht selbst, sondern verbindet Käufer nur mit hunderten anderen Webshops.

Die Probleme von Twitter sind vielfältig. Schon im Vorjahresquartal hatte das Unternehmern rund 130 Millionen Euro Verlust gehabt. Das Unternehmen selbst erklärt die derzeitigen Verluste mit dem starken Dollar. Das ließe die Auslandseinnahmen niedriger in der Bilanz erscheinen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Twitter-User wollen nicht zahlen
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