Übernahme-Angebot von Porsche
VW-Aktie spaltet die Analysten

Während der deutsche Aktienmarkt am Montag bei niedrigen Umsätzen auf der Stelle tritt, nimmt der Verkaufsdruck auf VW-Aktien weiter zu. Der Anteilsschein des Wolfsburger Automobilkonzerns hat am Vormittag bereits mehr als 4 Prozent verloren und notiert knapp unter 113 Euro. Während Pessimisten ein Abrutschen des Anteilsscheins unter 90 Euro befürchten, sind Experten von Morgan Stanley der Meinung, die VW-Aktie könne unter bestimmten Voraussetzungen sogar 200 Euro erreichen.

HB DÜSSELDORF. Die Ursache für das Minus: Der Ausbau der Beteiligung von Porsche an VW und das damit ausgelöste Übernahmeangebot an alle Aktionäre. Dieses liegt deutlich unter dem derzeitigen Kursniveau. Porsche will zunächst nur den Mindestpreis von aktuell 100,92 Euro bieten. Der Autohersteller hat am Morgen mitgeteilt, seine Option auf den Erwerb von 3,6 Prozent VW-Stammaktien ausgeübt zu haben. Der Vollzug erfolgt demnach voraussichtlich am Mittwoch. Uneinigkeit herrscht am Markt darüber, ob Investoren die Kursabschläge zum Einstieg nutzen sollten.

Morgan Stanley zufolge repräsentiert das verbindliche Angebot von 100,92 Euro pro Aktie seitens Porsche an VW nicht den fairen ökonomischen Wert des Unternehmens. Die Einstufung laute weiter "overweight". Auch das Kursziel von 135 Euro wurde bestätigt. Die Analysten sehen in der Vorgehensweise von Porsche zum Einen die Absicht, die Beteiligung an VW zu erhöhen, zum Anderen signalisiere Porsche die Bereitschaft seine Beteiligung bis auf 50 Prozent aufzustocken, wenn es dem Interesse des Unternehmens entspreche. Bei Betrachtung eines möglichen Übernahme-Szenarios könnte die VW-Aktie eher 200 Euro, als 100 Euro wert sein, heißt es abschließend.

Auch Goldman Sachs bestätigt die Kaufempfehlung für VW, nachdem bekannt wurde, dass Porsche den VW-Aktionären ein Pflichtangebot unterbreiten muss. Es sei enttäuschend, dass Porsche nur das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von 100,92 Euro je Aktie biete. Die Analysten sehen in der Aktie Potenzial bis 154 Euro. Risiken bestünden allerdings in der Dollarschwäche, verzögerten Produkteinführungen, kartellrechtlichen Fragen und etwaigen Rückschlägen bei der Restrukturierung.

Zurückhaltender zeigen sich dagegen die Analysten von J.P. Morgan. Sie haben ihr Kursziel von 80 auf 110 euro angehoben, nachdem die Aktie in jüngster Zeit deutlich zugelegt hat. Die Analysten räumen ein, den spekulativen Reiz der Aktie unterschätzt zu haben. Das Pflichtangebot, das Porsche den VW-Aktionären unterbreite, dürfte viele Anleger enttäuschen und auf Nachbesserung hoffen lassen. Dadurch werde das Kursrisiko begrenzt, auch wenn die Aktie zunächst unter Druck stehen werde. Porsche wiederum habe einerseits seine Verpflichtung erfüllt und könne andererseits weitere Anteile zu einem relativ günstigen Preis erwerben, je nachdem, wie viele Optionen das Unternehmen sich gesichert habe.

Seite 1:

VW-Aktie spaltet die Analysten

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%