Übernahmegerüchte: Beiersdorf-Aktie schießt nach oben

Übernahmegerüchte
Beiersdorf-Aktie schießt nach oben

Der Dax kommt nicht vom Fleck, die Anleger halten sich zurück. Bei allen Aktien? Nein, ein Papier macht was es will – und klettert kräftig. Es ist die Aktie von Beiersorf. Meist unscheinbar, aber heute ein Star. Weil der große Konkurrent aus den USA Interesse hat.
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HB FRANKFURT. Übernahmephantasien haben am Mittwoch die Aktie von Beiersdorf um mehr als zehn Prozent auf 47,12 Euro nach oben schnellen lassen. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, der US-Konkurrent Procter & Gamble habe Interesse an dem Nivea-Hersteller signalisiert. Über Kaufgelüste von P&G werde schon länger spekuliert, sagte ein Händler. "Nichtsdestotrotz ist das natürlich eine Kampfansage, über die Nachrichtenticker öffentlich nochmal Interesse zu bekunden."

Ein Beiersdorf-Sprecher sagte auf Reuters-Anfrage, dem Konzern sei nichts dergleichen bekannt. Das Kursplus verringerte sich nach dieser Aussage auf sechs Prozent. Die Aktien von Procter & Gamble lagen in Frankfurt 1,6 Prozent im Minus. Im vorbörslichen US-Geschäft notierten die Titel fast unverändert.

Zuletzt hatte Beiersdorf wegen seiner Luxuskosmetik-Marke Juvena für Schlagzeilen. Der Kosmetikhersteller wolle sich von dieser Marke trennen, hieß in Medienberichten. "Beiersdorf sucht für Juvena eine neue Lösung. Das kann ein Partner sein. Das kann aber auch ein Verkauf sein", sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Der Aufsichtsrat habe sich noch nicht für einen Weg entschieden. Deshalb habe man sich auch noch nicht auf die Suche nach möglichen Interessenten gemacht.

Ein Beiersdorf-Sprecher sagte, das Hamburger Unternehmen äußere sich nicht zu Marktspekulationen. Der Luxuskosmetikbereich von Beiersdorf unter der Marke La Prairie macht einen Umsatz von 250 Millionen Euro pro Jahr, Juvena hat daran nur einen kleinen Anteil. Die Erlöse des von der Tchibo-Mutter Maxingvest kontrollierten Dax-Konzerns beliefen sich 2009 auf 5,8 Milliarden Euro.

Bei den Analysten steht die Aktie von Beiersdorf derzeit nicht allzu hoch im Kurs. Die letzten Empfehlungen lauteten überwiegend "halten" oder "verkaufen". JPMorgan etwa hat die Aktie von Beiersdorf von "Neutral" auf "Underweight" abgestuft und das Kursziel von 46 auf 42 Euro gesenkt. Die Wachstumsaussichten für Konsumgüterhersteller verschlechterten sich insbesondere wegen der schwächeren Nachfrage aus den etablierten Märkten und der steigenden Herstellungskosten, schrieb Analystin Celine Pannuti in einer aktuellen Studie. Pannuti kürzte daher ihre Gewinnschätzungen für Beiersdorf.

Ähnlich pessimistisch sind die Experten von Barclays Capital. Sie haben das Kursziel von 45,50 auf 38,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Die Halbjahreszahlen ließen einen Rückgang in der Konsumsparte, dem Kerngeschäft der Hamburger, erkennen, sagt Analystin Susanne Seibel. Eine negative Preisbildung und steigende Herstellungskosten dürften im kommenden Jahr die Gewinndynamik dämpfen. Die Beiersdorf-Aktie werde im Konsumgüter- und Nahrungsmittelsektor von ihr am wenigsten favorisiert.

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